Deutsche Immobilienliebe kennt keine Preisgrenzen

Sachwerte Top News Meistgeklickt von Florian Burghardt

Die Immobilienpreise hierzulande erreichen immer neue Höhen. Gleichzeitig stecken immer mehr Deutsche ihr Geld in Betongold. Warum das nicht mehr lange gut gehen kann und wo es besonders teuer ist, zeigen mehrere aktuelle Studien.

Immer mehr Deutsche wollen ihr Geld in Immobilien stecken, gerne auch im ländlichen Raum. In der Folge ziehen dort die Preise an, teilweise um über 40 Prozent im Jahr 2018.

Immer mehr Deutsche wollen ihr Geld in Immobilien stecken, gerne auch im ländlichen Raum. In der Folge ziehen dort die Preise an, teilweise um über 40 Prozent im Jahr 2018. Bild: Pixabay

Das deutsche Streben nach Wohneigentum ist ungebrochen. Stand Januar 2019 investieren 36 Prozent der Bundesbürger in Immobilien. Ein Jahr zuvor waren es noch 26 Prozent gewesen. Damit sind Immobilien die zweitbeliebteste Geldanlage nach dem Sparbuch (48 Prozent). Das geht aus der Gothaer Anlegerstudie 2019 hervor, für die im Auftrag des Versicherers 1.023 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden.

Betongold betrachten außerdem 31 Prozent der Umfrageteilnehmer als die Anlageform mit der höchsten Renditeerwartung. Damit könnten sie Recht haben, glaubt man den Ergebnissen des Postbank Wohnatlas 2019. Die jährliche Analyse der Immobilienpreisentwicklung in den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten offenbart für das Jahr 2018 einen bundesweit durchschnittlichen Preisanstieg von 7,2 Prozent (bereits bereinigt um die Inflation von 1,8 Prozent).

„Die Immobilienpreise kennen derzeit nur eine Richtung, nämlich aufwärts. Solange die Niedrigzinsphase anhält und Baukredite günstig sind, ist eine Trendwende nicht zu erwarten“, sagt Eva Grunwald, Leiterin des Immobiliengeschäfts bei der Postbank. In den meisten der „Big Seven“, den sieben größten deutschen Metropolen, lag der Kaufpreisanstieg über dem Bundesdurchschnitt (siehe Bilderstrecke unten). Und das, obwohl der Preis pro bebautem Quadratmeter in allen Metropolen bereits über 3.000 Euro liegt.

Enorme Preissprünge im ländlichen Raum

Doch nicht nur in den großen Städten zogen die Preise im vergangenen Jahr meist exorbitant an. Der Wohnatlas zeigt auch enorme Anstiege im ländlichen Raum. Beispielsweise stieg der Quadratmeterpreis im ohnehin schon sehr teuren bayerischen Landkreis Miesbach im vergangenen Jahr um 14,21 Prozent auf 5.615 Euro. Die Metropole München ist von dort aus noch gut mit der S-Bahn erreichbar.

Noch höhere Preissprünge gab es in Regionen, die absolut betrachtet niedrige Quadratmeterpreise aufweisen. Im thüringischen Suhl beispielweise sind es 1.655 Euro. Im Jahr 2017 hatte der durchschnittliche Kaufpreis pro bebautem Quadratmeter aber noch bei 1.116 Euro gelegen – ein Anstieg um 48,24 Prozent. Jeweils rund 41 Prozent Steigerung gab es im bayerischen Kronach (auf 1.729 Euro) und im thüringischen Kyffhäuserkreis (auf 893 Euro).

Parallel zu dieser Entwicklung bestätigt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) in einer aktuellen Untersuchung, dass Familien seit kurzem wieder vermehrt in das Umland von Großstädten ziehen, weil sie sich dort aktuell noch mehr Wohnfläche leisten können. Die Frage ist nur, wie lange noch?

Deutschlands „Big Seven“ – Hier ist Wohnen am teuersten

Platz 6: Düsseldorf
Und noch einmal Nordrhein-Westfalen. Nur einen Katzensprung nördlich von Köln liegt Düsseldorf mit über 600.000 Einwohnern. Hier sind die Kaufpreise mit 3.772 Euro pro bebautem Quadratmeter etwas höher. Gegenüber 2017 sind sie um 7,53 Prozent gestiegen. Bild: Pixabay
 
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