3 Wünsche für eine bessere Altersvorsorge

Berater Versicherungen Top News von Matthias Hundt

Auf dem Zukunftsmarkt Altersvorsorge in Berlin durften Wünsche in Richtung Politik formuliert werden, um die Altersvorsorge zu verbessern. Eine Zielgruppe stand weit oben auf den Wunschzetteln.

Diskussionsrunde zu den offenen Reformbaustellen in der Altersvorsorge auf dem Zukunftsmarkt Altersvorsorge in Berlin_Foto: procontra

Der Zukunftsmarkt Altersvorsorge rief bereits zum zwanzigsten Mal Experten rund um das Thema Altersvorsorge zusammen. Über zwei Tage wird darüber debattiert und referiert, wie es um die drei Säulen der Altersvorsorge bestellt ist und wie Verbesserungen herbeigeführt werden können.

Grundrente muss Mehrwert gegenüber Grundsicherung liefern

Erster Redner war Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (Foto rechts im Bild), der die Bedeutung der gesetzlichen Rente, als wichtigste und stärkste Säule der Altersvorsorge, unterstrich. Entsprechend trommelte er kräftig für „seine“ Grundrente, für die er noch in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf vorlegen will. „Ich gehe davon aus, dass wir spätestens zum 1.1.2021 eine Grundrente in Deutschland sehen werden, die ihren Namen auch verdient“, so Heil. Diesen Namen dürfte sie sich nur verdienen, wenn sie spürbar über einer Grundsicherung liege.

Standard-Riester wird geprüft

Heil hält die Sicherung des Lebensstandards ohne eine kapitalgedeckte Variante für unmöglich. Als Mittel der Wahl, um die Versorgungslücke zu schließen, warb er für die betriebliche Altersvorsorge. Hier brachte das BRSG viele Verbesserungen, gerade für Geringverdiener. Für die dritte Säule, die private Altersvorsorge, kündigte er an, ein standardisiertes Riesterprodukt noch in diesem Jahr prüfen zu wollen. Hier will man den hohen Kosten und der Intransparenz mit einer Lösung – die auch aus der Versicherungswirtschaft kommen kann – begegnen.

Altersvorsorge-Pflicht für Selbstständige gefordert

In der ersten Diskussionsrunde über die „offenen Reformbaustellen in Sachen Altersvorsorge“, rief Moderator Bert Rürup die Teilnehmer (Axel Kleinlein, Dr. Peter Schwark, Annelie Buntenbach, Gundula Roßbach, Alexander Gunkel und Klaus Morgenstern) dazu auf, drei konkrete Wünsche zu formulieren, wie man die Altersvorsorge in Deutschland verbessern könnte. Fast unisono forderten alle Experten eine Lösung für das drohende Altersarmutsrisiko von Selbstständigen. Auch Minister Heil bestätigte, dass das Thema bereits hohe Priorität auf politischer Ebene hat.

Die Wunschzettel der Teilnehmer in Richtung Bundesregierung

Wunschzettel: Klaus Morgenstern, Deutsches Institut für Altersvorsorge
1. Regelung einer Altersvorsorgelösung für Selbstständige. 2. Ein onlinebasiertes Rentenkonto, das säulenübergreifend Auskunft über Versorgung gibt. 3. Politik möge die veränderte Arbeitswelt stärker fokussieren und Konsequenzen für die Altersvorsorge erkennen. Stichwort Plattform-Ökonomie – die Sozialversicherungssysteme bilden die wahre Arbeitswelt nicht mehr ab.
 
  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare