Das sind die transparentesten Lebensversicherer

Berater Top News LV-Check von Florian Burghardt, Martin Thaler

Welcher Lebensversicherer gibt sich in seinen Standmitteilungen offen und informiert seine Kunden transparent über Bewertungsreserven, Todesfallleistung, Ablaufleistung etc.? Eine neue Studie hat sich die deutschen Lebensversicherer einmal angesehen.

Welcher Versicherer konnte in puncto Transparenz überzeugen?

Welcher Versicherer konnte in puncto Transparenz überzeugen? Foto: Alexas_Fotos - Pixabay.de

Einmal im Jahr erhält der Kunde eine Wertmitteilung von seinem Lebensversicherer, die ihm über den aktuellen Stand seines Vertrages Auskunft gibt. Aber funktioniert das auch oder werfen die Schreiben bei den Kunden mehr Fragen auf als sie beantworten? Welche Anbieter zeigen sich besonders transparent und welche verwirren den Kunden eher und verspielen damit vielleicht sogar sein Vertrauen?

Diesen Fragen ist nun zum zweiten Mal der Policenkäufer und Vertriebsdienstleister Partner in Life (PIL) mit seiner Studie zur Transparenz der deutschen Lebensversicherer nachgegangen. Dafür hat das Unternehmen über 2.000 Wertmitteilungen von 64 Lebensversicherern untersucht, die insgesamt für einen Marktanteil von 95 Prozent stehen.

Als wichtige auszuweisende Werte nennt PIL die Bewertungsreserven (BWR), die Sockelbeteiligung an den BWR, die Erlebens- beziehungsweise Todesfallleistung, den Rückkaufswert und die garantierte Ablaufleistung. Je nachdem ob und wie nachvollziehbar diese Kennzahlen in der Wertmitteilung genannt werden, hat PIL einen Transparenzscore von bis zu 100 Prozent vergeben. Der höchste erzielte Score in diesem Jahr liegt bei 69 Prozent. Auch in der Spitzengruppe gab es im Vergleich zum Vorjahr einige Änderungen.

Stuttgarter ist Schlusslicht

Insgesamt fällt das Fazit von PIL eher schlecht aus. So würde der größte Teil des Marktes seinen Versicherten nur einen unvollständigen Überblick über die Entwicklung ihrer Lebensversicherungsverträge geben, heißt es in einer Stellungnahme zur Studie.

Zwar habe die Zahl der transparenten Versicherer beispielsweise bei der Mitteilung von BWR und Sockelbeteiligung deutlich zugenommen. Bei einigen Anbietern könne der Kunde, laut PIL, aber weder wissen ob überhaupt BWR enthalten sind, noch in welcher Höhe gegebenenfalls solche BWR im aktuellen Guthaben (Rückkaufswert) vorhanden sind.

Die Rechtfertigung mancher Anbieter, dass die BWR so stark schwanken würden und daher nicht berechnet werden können, lässt PIL nicht gelten. „Die Vorgabe der BaFin wird hier meist nicht erfüllt. Dann nämlich, wenn BWR vorhanden sind, ist der Versicherer gehalten diese mitzuteilen - auch wenn sie schwanken“, so die Studienautoren.

Mit besonders schwachen Transparenzscores schneiden die Nürnberger (14 Prozent), die Entis (13 Prozent) und die Württembergische (12 Prozent) ab. Schlusslicht ist die Stuttgarter mit gerade einmal 5 Prozent. Umfangreiche Zahlen und Analysen zum Ist-Zustand und zur Entwicklung der deutschen Lebensversicherer finden sich auch im procontra-LV-Check 2017.

Die 10 bestplatzierten Lebensversicherer im Transparenz-Ranking haben wir in unten stehender Bilderstrecke für Sie zusammengestellt.

Das sind die transparentesten Lebensversicherer

Platz 10: CosmosDirekt
Besonders positiv wurde von den Studienautoren die Entwicklung bei der CosmosDirekt hervorgehoben. Hatte sie bei der letzten Studie noch kaum Angaben zu Bewertungsreserven und Sockelbeteiligung gemacht, konnte sie in diesem Jahr - ebenso wie die Alte Leipziger - deutlich zulegen. Das Ergebnis: Ein Transparenzwert in Höhe von 55 Prozent.
 
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