Wissen heißt nicht immer Handeln: Die BU für Finanzdienstleister

Berufsunfähigkeit von Juliane Moghimi

Ärzte sind angeblich die schlimmsten Patienten. Wie sieht das aber bei den Finanzdienstleistern aus? Ist dort in puncto Vorsorge alles im grünen Bereich?

Fotoquelle: fotolia.com / Urheber: Robert Kneschke

Sich als Makler auf Finanzdienstleister, also quasi die Kollegen, spezialisieren? Auf den ersten Blick mag das scheinen, als würde man Eulen nach Athen tragen. Schließlich wissen Buchhalter, Bankangestellte und Finanzberater selbst genau, wie wichtig die passende Vorsorge ist. Tatsächlich ist es jedoch so, dass auch viele in der Finanzbranche tätige Menschen nicht über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen. Das Wissen um ein Problem bedeutet nicht automatisch auch das entsprechende Handeln: Schließlich gibt es auch genügend Ärzte, die ungesund leben.

Statistisch gesehen wird in Deutschland jeder Vierte vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Trotzdem gibt es bislang nur rund vier Millionen reine BU-Versicherungen. Hinzu kommen etwa 13 Millionen Zusatzversicherungen. Gemessen an den mehr als 43 Millionen Berufstätigen in Deutschland ist das immer noch viel zu wenig – und lässt vermuten, dass auch viele der mehr als 300.000 eingetragenen Finanzdienstleister bislang ohne Vertrag dastehen. Typischerweise haben die Vertreter dieser Berufsgruppe ihr Kapital klug angelegt, sich jedoch nur unzureichend gegen die eigenen biometrischen Risiken abgesichert.

Durchschnittliche Höhe der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente
50% Erwerbsminderungsrente100% Erwerbsminderungsrente
Männer (alte Bundesländer): 548 €Männer (alte Bundesländer): 754 €
Frauen (alte Bundesländer): 418 €Frauen (alte Bundesländer): 716 €
Männer (neue Bundesländer): 433 €Männer (neueBundesländer): 705 €
Frauen (neue Bundesländer): 459 €Frauen (neue Bundesländer): 778 €
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Statistik 2014

Generell beträgt die gesetzliche Erwerbsminderungsrente in aller Regel nicht mehr als ein Drittel des letzten Bruttogehalts.

BU-Risiko: Depression
Eines der größten BU-Risiken für Finanzdienstleister sind psychische Erkrankungen wie Depression und Burnout-Syndrom. Die Branche zählt bei diesen Diagnosen zu den Top-10 der gefährdeten Berufsgruppen. Foto: fotolia.com/Photographee.eu
 
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