Wie die Beiträge in der PKV berechnet werden

PKV Bilderstrecken von Sebastian Wilhelm

PKV-Einmaleins für eine ganzheitliche Beratung: Was ist das Äquivalenzprinzip in der Versicherung, welche Kriterien werden für die Beitragsberechnung herangezogen? Und: Warum haben die Niedrigzinsen aktuell deutliche Beitragssteigerungen zur Folge?

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Wie jeder, der schon einmal mit Versicherungen zu tun hatte, weiß, ist die Beitragskalkulation eine hoch komplexe Angelegenheit. Nicht umsonst benötigen die Assekuranzen spezialisierte Aktuare, um einerseits wettbewerbsfähige Beiträge bieten und andererseits auch langfristig alle Ausgaben damit decken zu können. Ohne Mathematikstudium hat man es nicht leicht, wenn man die Materie durchdringen will. Das muss man als Makler allerdings auch gar nicht. Grob sollte man jedoch nachvollziehen und dem Kunden erklären können, worauf ein Versicherer bei der Beitragsberechnung achtet – in der PKV wie in anderen Segmenten.

In der privaten Krankenversicherung gilt (wie generell in der privaten Versicherungswirtschaft) das Äquivalenzprinzip, auch Individualprinzip genannt. Es legt fest, dass der Beitrag von Art und Umfang des zu versichernden Risikos abhängt. Im Gegensatz dazu wenden die Sozialversicherungen meist das Solidaritätsprinzip an, wonach das individuelle Risiko keine Rolle für den Beitrag spielt. In der PKV wird kalkulatorisch ein zu Versicherungsbeginn gleichaltriges Kollektiv zugrunde gelegt. Für jedes Kollektiv müssen die Beiträge so berechnet sein, dass die voraussichtlichen Leistungsausgaben gedeckt werden können.

Aktuell macht sich in der Beitragskalkulation zudem – zum Leidwesen der Versicherten ebenso wie ihrer Berater – ein Sondereffekt bemerkbar: Die Niedrigzinsen müssen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nun auf einen Schlag eingepreist werden. Daraus resultieren die Beitragssprünge zum Januar 2017, die derzeit für Verdruss sorgen. Das ist jedoch ein Kapitel für sich.

Welche Faktoren auf Versichertenseite relevant sind zeigt die folgende Bilderstrecke:

Alter bei Vertragsbeginn
Jüngere Versicherte sind in der Regel gesünder, während ältere tendenziell mehr Leistungen in Anspruch nehmen müssen. Daher lohnt sich der frühe Einstieg in die PKV, denn in jungen Jahren zahlt man geringere Beiträge. Fotoquelle: fotolia.com/JenkoAtaman