Welche Versicherer beim Maklerservice top sind

Detlef Pohl Berater Versicherungen

Die Digitalisierung prägt zunehmend den Beratungsprozess. Dennoch wünschen sich Makler auch kompetenten persönlichen Service von Versicherern, insbesondere von Maklerbetreuern. Die wichtigsten Ergebnisse in Sachen Service benennen neue Umfragen.

Beim Service durch Versicherer stehen Makler auf Kompetenz und persönliche Problemlösung, vor allem am Telefon. Bild: Morsa Images

Beim Service durch Versicherer stehen Makler auf Kompetenz und persönliche Problemlösung, vor allem am Telefon. Bild: Morsa Images

Für Makler sind Versicherer mehr als nur Produktgeber. Als Service erwarten Makler von den Maklerbetreuern vor allem gute Erreichbarkeit, sagen 87,1 Prozent der Vermittler (2021: 79,6 Prozent). Schnelle Rückmeldungen auf Nachfragen sind ebenfalls essentiell, sagen 84,9 Prozent (2021: 74 Prozent). Erst an dritter und vierter Stelle kommen die allgemeine Kompetenz der Mitarbeiter (66,6 Prozent) und speziell die der Maklerbetreuer (67,2 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

Das sind die Ergebnisse der procontra-Umfrage „Maklers Lieblinge 2022“, an der über 1.200 Personen teilgenommen haben. Bei der Wahl zum Versicherer mit der besten Maklerbetreuung haben 1.250 Teilnehmer abgestimmt, die sich jeweils für bis zu drei Unternehmen entscheiden durften. Ergebnis: Die Alte Leipziger gewinnt mit 15,5 Prozent der Stimmen, gefolgt von Allianz (14,4 Prozent), Volkswohl Bund (13 Prozent) und VHV (12,4 Prozent). Zum Vergleich: Im Vorjahr war noch der Volkswohl Bund vorn (10,4 Prozent), gefolgt von Allianz und Haftpflichtkasse (je 7,1 Prozent), VHV (86,3 Prozent) und Bayerische (5,7 Prozent).

Fachliche Kompetenz und schnelle Problemlösung gefragt

Bei Maklern kommt es sehr gut an, wenn sie hohe fachliche Kompetenz ihrer Ansprechpartner bei den Gesellschaften feststellen. Auch der Umgang mit Problemfällen und Beschwerden, das Angebot von Beratungs-, Tarif- und Angebotsrechnern sowie die Kompetenz der Maklerbetreuer sind von großer Bedeutung, ergab die Studie „Maklerservice 2022“ der BBG-Betriebsberatung, an der sich 530 Makler und Mehrfachagenten beteiligt haben.

Innerhalb der Studie wurde der Service in vier Bereichen nach 12 Leistungskriterien in vier „Dimensionen“ gemessen (zentrale und dezentrale Vertriebsunterstützung, Software & Tools sowie Marketingmaterialien).

Stabile Favoriten der Makler

Die Studie weist die jeweiligen Top-3-Versicherer beim Service aus Maklersicht in vier Produktkategorien aus – in Klammern die Platzierung im Vorjahr. Das sind:

1. bAV (gesamt: nur 7 Anbieter):

  • Platz 1: Alte Leipziger (Vorjahr 3),
  • Platz 2: Canada Life (1), LV 1871 (-) und Volkswohl Bund (3).

2. private Vorsorge/Biometrie (gesamt: nur 13 Anbieter):

  • Platz 1: Stuttgarter (1) und Swiss Life (6),
  • Platz 3: Alte Leipziger (6), Canada Life (3), LV 1871 (3) und Volkswohlbund (1).

3. PKV/Pflege (gesamt: nur 14 Anbieter):

  • Platz 1: Ideal (2),
  • Platz 2: Continentale (3) und Universa (1).

4. Sach/HUK (gesamt: 30 Anbieter):

  • Platz 1: Deckungskonzeptanbieter Konzept & Marketing (1) und Rhion (6),
  • Platz 3: die Haftpflichtkasse (3) und Itzehoer (7).

Fakten zu Maklerbetreuern

Laut Studie gibt das persönliche Engagement der Versicherer für die Bewertung der Makler oft den Ausschlag. Dabei arbeiten Makler im Schnitt mit 3,7 Maklerbetreuern regelmäßig zusammen (2021: 2,8). Die Spanne bei der Häufigkeit des Kontaktes ist jedoch weiterhin riesig.

Beispiel bAV: 20 Prozent haben keinerlei Kontakt zu Maklerbetreuern (2021: 30 Prozent), während 52 Prozent einmal oder mehrmals im Monat mit Maklerbetreuern konferieren. Ganz überwiegend geschieht dies am Telefon oder schriftlich, seltener persönlich (30 Prozent), noch seltener per Videotelefonie (11 Prozent).

Pandemie hat Art der Weiterbildung beeinflusst

Die BBG-Studie verweist auch auf Veränderungen in der Art der Weiterbildung hin. Vermutlich Corona-bedingt sei die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen im Vergleich zu den Vorjahren von einem Mittelwert von 4,7 Veranstaltungen im Jahr 2019 auf einen Mittelwert von 3,6 im Jahr 2022 zurückgegangen (2021: 3,4).

Im Gegenzug haben die Befragten nun an zehn internetbasierten Schulungen und Webinaren teilgenommen (Vorjahr: 10,4). 52 Prozent nehmen sogar an mehr als zwölf internetbasierten Weiterbildungen pro Jahr teil. Die virtuelle Teilnahme dürfte weiter etabliert bleiben, da wichtige Präsenzveranstaltungen in virtuelle Events oder Hybrid-Veranstaltungen umgewidmet wurden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler hat mit einer digitalen Weiterbildungsinitiative kleine und mittlere Maklerfirmen gefördert.