Versicherer engagieren sich im Kampf gegen Automatensprenger

Martin Thaler Versicherungen

Über 800 Geldautomaten wurden in den vergangenen zwei Jahren gesprengt, Tendenz steigend. Nun versprechen die Banken mehr Präventionsmaßnahmen. Auch die Versicherer sollen helfen.

Geldautomat Bild: Leesle

Die Sprengung von Geldautomaten hinterlässt oft hohe Schäden am jeweiligen Gebäude. Auch, weil die Täter immer häufiger zu Sprengstoffen greifen. Bild: Leesle

Mehr als einmal am Tag knallt es in deutschen Bankfilialen oder an freistehenden Bankautomaten. Die Sprengung von Geldautomaten ist traurige Praxis – zumindest in Deutschland. In anderen europäischen Ländern sind vergleichbare Delikte kaum festzustellen, da die dortigen Geldinstitute entsprechende Vorkehrungen getroffen haben. „Versucht jemand den Automaten zu sprengen, verklebt das Geld und wird damit unbrauchbar“, berichtet Niedersachsens designierte Justizministerin Kathrin Wahlmann gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.  

In Deutschland fehle es indes häufig an entsprechenden Vorrichtungen – sehr zum Ärger der Politik. Als „unverantwortlich“ bezeichnete Wahlmann den Verzicht auf solche Systeme. Schließlich stehen viele der Automaten in gemischten Geschäfts- und Wohnhäusern. Viele der häufig professionellen Banden sind von Gas zu Sprengstoff umgestiegen. „Die zunehmende Sprengung mit Explosivstoffen birgt neben erheblichen Sachschäden besonders hohe Gefahren für Leib und Leben unbeteiligter Personen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung zu einem Runden Tisch „Geldautomatensprengungen“, der auf Initiative des Bundesinnenministeriums einberufen wurde.  

Neue Präventionsmaßnahmen geplant

In dieser sagt die Kreditwirtschaft nun zu, verschiedene Präventionsmaßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Dazu können unter anderem eine Reduzierung des Bargeldhöchstbestandes in den Geldautomaten, eine Überwachung der Bankfoyers per Video oder sogenannte Einfärbesysteme gehören. Auch die nächtliche Schließung der Banken-Vorräume, in denen sich in vielen Fällen die Geldautomaten befinden, wird in dem Papier als mögliche Präventionsmaßnahme gegen die Automaten-Sprenger genannt.  

Unterstützt wird die Initiative auch von Seiten der Versicherungswirtschaft. Diese will mit seiner Expertise als Ansprechpartner für staatliche Behörden und Kreditwirtschaft zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck sollen die für die Sicherung von Geldautomaten gängigen Richtlinien (VdS 5052) laufend überprüft und aktualisiert werden.  

Die aktuellen Erkenntnisse zur Schadenpräventionen sollen die Versicherer auch in ihren Verhandlungen mit den Banken zwecks Versicherungsschutz einfließen lassen, um so Druck auf die Institute ausüben zu können. Banken, die Präventionsmaßnahmen vernachlässigen, müssten dann gegebenenfalls höhere Prämien zahlen, um Versicherungsschutz zu erhalten.  

Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden in den vergangenen beiden Jahren bundesweit rund 800 Sprengungen von Geldautomaten erfasst. In diesem Jahr wird mit einer weiteren Zunahme der Fälle gerechnet. Ein Großteil der Täter kommt dabei aus den Niederlanden.