Ranking: Teilverkauf-Portale schneiden schlecht ab

Anne Mareile Walter Sachwerte

Vermögen aus den eigenen vier Wänden in Bargeld umwandeln: Dazu greifen immer mehr Immobilienbesitzer auf Teilverkauf-Portale zurück. Ein aktuelles Ranking hat die Servicequalität der Anbieter unter die Lupe genommen.

Teil Bild: Natee Meepian

Wie serviceorientiert agieren die Portale für den Teilverkauf von Immobilien? Ein aktuelles Rating liefert Aufschluss. Bild: Natee Meepian

Vermögen aus dem eigenen Haus in Bargeld umwandeln und trotzdem in der Immobilie wohnen bleiben: Als Alternative zur klassischen Leibrente erfreut sich der Teilverkauf der eigenen vier Wände zunehmender Beliebtheit. Nach Angaben des Teilverkauf-Portals Wertfaktor haben sich die Anfragen von Eigentümern zwischen dem ersten Halbjahr 2021 und dem ersten Halbjahr 2022 nahezu verzehnfacht. Trotzdem ist der Markt noch übersichtlich – nur wenige Portale bieten das Konzept an, bei dem ein prozentualer Anteil des Eigenheims zum Marktwert an den Teilverkauf-Anbieter veräußert wird. Den Service von neun Teilverkauf-Portalen hat nun das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) unter die Lupe genommen und kommt dabei insgesamt nur zu einem „befriedigenden“ Ergebnis: „Auf breiter Front“ habe die Branche nicht überzeugen können.

Online-Service wurde besser

Mit dem Qualitätsurteil „gut“ schnitten folgende fünf Unternehmen ab: Hausvorsorge, EV Liquid Home, Realwertpartner Immobilien, Wertfaktor und Heimkapital. Zwei Anbieter erhielten die Note „befriedigend“, zwei weitere konnten sich lediglich ein „ausreichendes“ Ergebnis sichern. Die Leistungsunterschiede seien groß, schreiben die Autoren.

Analysiert wurden die Teilbereiche telefonischer Service, Online- sowie E-Mail-Service, weil eine professionelle Beratung beim Immobilien-Teilverkauf „unerlässlich“ sei, so die Begründung. Der Online-Service verbesserte sich im Vergleich zur vorangegangenen Studie aus dem Jahr 2020. Die Internetauftritte der Portale bewerten die Studienautoren insgesamt als bedienungsfreundlich, sie würden durch verständliche und strukturiert aufbereitete Inhalte überzeugen – indem sie beispielsweise Ratgeber sowie weitere fachspezifische Informationen bereithielten. Auf der anderen Seite bieten nur zwei der neun getesteten Unternehmen Online-Terminvereinbarungen für eine Beratung an.

Weitere Mängel attestierte das DISQ in puncto telefonischer Beratung. So komme es durch Rückrufvereinbarungen zu unerwarteten Verzögerungen. Zudem werde der Bedarf potenzieller Neukunden nur ungenügend erfragt, auch unvollständige Auskünfte würden erteilt. Trotzdem würden die beratenden Mitarbeiter in den Kundengesprächen offenbar „inhaltlich nachvollziehbar und freundlich“ agieren. Niederschmetternder fällt das Zeugnis in puncto E-Mail-Service aus: Einige Anbieter seien unzuverlässig und würden Anfragen nur oberflächlich oder – in 30 Prozent der Fälle – gar nicht beantworten.

Zum Testsieger (Qualitätsurteil „gut“) kürte das DISQ das Teilverkauf-Portal „Hausvorsorge“.  Dort würden E-Mail-Anfragen zuverlässig und schnell beantwortet. Die Auskünfte seien zudem korrekt und auf den Bedarf der Anfragenden zugeschnitten. Auch den telefonischen Service empfanden die Autoren als kompetent.

Auf Platz zwei folgt das Portal „EV Liquid Home“, das ebenfalls das Qualitätsurteil „gut“ erhielt. Der Anbieter überzeugte in allen drei Servicebereichen. So enthält der Internetauftritt beispielsweise fachspezifische Informationen, etwa zum Wohnrecht oder zu wählbaren Auszahlungsbeträgen.

Für die Analyse führte das DISQ von Juli bis Oktober verdeckte E-Mail- und Telefon-Tests durch. Zusätzlich gab es zehn Prüfungen von Internetauftritten durch geschulte Testnutzer sowie eine detaillierte Analyse der einzelnen Websites. 234 Servicekontakte mit den bewerteten Unternehmen flossen insgesamt in die Auswertung ein.