Großteil der Bitcoin-Anleger macht Verluste

Martin Thaler Sachwerte

Bitcoin & Co erlebten durch steigende Kurse in den vergangenen Jahren bei vielen Anlegern einen regelrechten Hype. Doch nur für die wenigsten Krypto-Begeisterten rentierte sich das Investment bislang.

Bitcoin Bild: AntonioGuillem

Eine neue Studie enthüllt, dass zwischen 73 bis 81 Prozent der Bitcoin-Investoren mit ihrem Investment nicht glücklich wurden. Bild: AntonioGuillem

Investitionen in Bitcoin und andere Kryptowährungen wurden gerne mit der Aussicht auf hohe Renditen angepriesen. Viele Menschen folgten diesem Versprechen: So besaßen im Juni 2021 220 Millionen Menschen Bitcoins, die größte und bedeutendste der Kryptowährungen. Diese Versprechen gingen allerdings nur für die wenigsten Anleger auf. Einer neuen Studie der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zufolge hat die überwiegende Mehrheit der Bitcoin-Investoren (zwischen 73 und 81 Prozent) mit ihrer Krypto-Anlage Verluste gemacht.  

Für ihre Studie werteten die Analysten aus, zu welchem Zeitpunkt Anleger aus insgesamt 95 Staaten erstmals eine App zum Kryptohandel auf ihrem Smartphone installierten. Hier zeigte sich: Die meisten Anleger sprangen zwischen 2015 und 2021 immer dann auf den Bitcoin-Zug auf, wenn die Kurse in die Höhe schossen. Sehr zur Freude von Großinvestoren, die die Kurssprünge zum Verkauf ihrer Bitcoin-Bestände nutzten. Kleinanleger gingen hingegen häufig leer aus.  

Besonders empfänglich für Krypto-Investments zeigten sich dabei junge Männer bis 35 Jahre – 40 Prozent aller Investments entfiel auf diese Gruppe. Frauen derselben Altersgruppe zeigten sich indes wesentlich zurückhaltender – nur knapp 20 Prozent aller Investments entfielen auf sie.  

Türken sind am kryptobegeistertsten

In Deutschland fiel die Krypto-Begeisterung im internationalen Vergleich relativ bescheiden aus. Hier registrierten die Studienautoren 130.000 Downloads von Kryptoinvestment-Apps auf eine Million Bewohner. Investitionsfreundlicher zeigten sich hier in erster Linie die Einwohner der Türkei, der USA, Großbritanniens und Singapurs. In China und Indien war der Kryptohandel hingegen kaum verbreitet. Das ist insoweit wenig überraschend, da beide Staaten den Kryptohandel verbieten.  

Die Studie unterstreicht darüber hinaus, dass Kryptowährungen in erster Linie zur Spekulation dienen. Die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen sowie Misstrauen in die einheimischen Finanzinstitutionen und Währungen spielt hingegen keine Rolle, wenn es um den Erwerb von Bitcoin & Co geht.  

Die Verluste der überwiegenden Mehrheit der Anleger dürfte auch ein weiterer Impuls dafür sein, den Handel mit Kryptowährungen stärker zu regulieren. Diese Debatte hatte durch die Pleite der Kryptobörse FTX an Fahrt gewonnen.