Arbeitskraftschutz: „Alles ist besser als gar keine Lösung“

Uwe Schmidt-Kasparek Berater Zielgruppenansprache

Wie können Handwerker im Idealfall eine Erwerbsunfähigkeit absichern? Wann leistet die Grundfähigkeitsversicherung und welche Alternativen gibt es? Darüber spricht Philip Wenzel, Biometrie-Experte bei Versicherungsmakler BSC - Die Finanzberater GmbH, im procontra-Interview.

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"Bei Handwerkern hat die GFV keinen Bezug zum Beruf": Biometrie-Experte Philip Wenzel sprach mit procontra über den Arbeitskraftschutz von Handwerkern. Bild: privat

procontra: Handwerker brauchen, wie jeder andere auch, privaten Arbeitskraftschutz. Er ist oft zu teuer oder nicht ausreichend. Hilft die Grundfähigkeitsversicherung (GFV)?

Philip Wenzel: Eine Lösung, die nicht so gut passt, ist besser als gar keine Lösung. Aber die GFV hat halt überhaupt keinen Bezug zum Beruf. Und wenn der Handwerker damit sein Einkommen absichern möchte, dann geht das nur in einer Schnittmenge, die davon abhängt, wie sehr die ausgeübten Tätigkeiten mit den Auslösern in den Bedingungen der GFV übereinstimmen.

procontra: Im Leistungsfall kommt es zum Schwur. Leistet die GFV überhaupt?

Philip Wenzel: Sofern ich nicht die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt habe und eine Grundfähigkeit ausreichend eingeschränkt ist, leistet die Versicherung. Sie leistet aber nicht, weil ich nicht mehr arbeiten kann. Hier wäre eine Schnittmenge rein zufällig.

procontra: Ist der AKS-Index von Franke & Bornberg ein gutes Tool, um die Unterschiede bei BU und Alternativen aufzuzeigen?

Philip Wenzel: Das Tool zeigt die Schnittmenge auf und nicht die Unterschiede. Bei dieser Fragestellung muss ich Nein sagen.

procontra: Gibt es weitere Alternativen für Handwerker?

Philip Wenzel: Der „Deutsche Handwerker BerufsunfähigkeitsVersicherung“-Aktivschutz des Münchener Vereins ist eine sehr gute Alternative. Auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann passen, da ein Handwerker ja auch mal umschulen kann.

procontra: Wie beraten Sie persönlich Handwerker?

Philip Wenzel: Ich prüfe den Gesundheitszustand, ermittele den Bedarf und frage die Bedürfnisse ab. Dann empfehle ich die passenden Produkte. Wie bei jedem anderen halt auch. Bei Handwerkern sind die normalen Berufsunfähigkeitsversicherungen oft unbezahlbar, weshalb Alternativen, wie die Deutsche Handwerker-BUV oder die EUV, in den Vordergrund rücken. Und wenn der Handwerker keine Rücklagen für die Umschulung hat, ergänze ich gern mit einem Krankentagegeld.