Zielgruppe Vereine: Große Lücken bei der Absicherung

Anne Mareile Walter Versicherungen

Personenschäden, Schadensersatzforderungen, Datenverlust: Das Risikobewusstsein ist in der deutschen Vereinslandschaft zwar hoch, doch an der tatsächlichen Absicherung hapert es gewaltig.

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Wie gut ist die bundesweite Vereinslandschaft versicherungstechnisch aufgestellt? Dieser Frage geht eine Analyse des Spezialversicherers Hiscox nach. Bild: RgStudio

Wie gut ist die Vereinslandschaft in Deutschland versicherungstechnisch aufgestellt? Wie ausgeprägt ist das Risikobewusstsein der Entscheider? Und welche Policen werden am häufigsten in Anspruch genommen? Diesen Fragen ist der Spezialversicherer Hiscox mit einer Analyse auf den Grund gegangen, für die das Marktforschungsinstitut Civey im August 1.000 Entscheider aus deutschen Vereinen befragte. Das Ergebnis: Das Risikobewusstsein ist bei den Vereinsverantwortlichen weit verbreitet – doch in der Praxis reicht die Absicherung bei den meisten ehrenamtlichen Einrichtungen nicht aus.

32 Prozent kennen ihr persönliches Haftungsrisiko nicht

Knapp 60 Prozent der Befragten halten beispielsweise eine Versicherung für Personen- und Sachschäden für „sehr wichtig“, doch nur knapp die Hälfte (46,6 Prozent) ist dagegen tatsächlich abgesichert. Und mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) ist sich über das persönliche Haftungsrisiko bei Schadensersatzforderungen im Klaren, 25 Prozent schätzen Irrtümer oder Fehler durch den Vorstand oder Mitarbeiter als größtes Risiko ein – allerdings kennen auf der anderen Seite 32 Prozent ihr persönliches Haftungsrisiko überhaupt nicht und 11,2 Prozent sind sich in dem Punkt unsicher.

Zudem besitzen nur 20 Prozent der befragten Vereine eine Veranstalterhaftpflicht – was vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig 54 Prozent der befragte Vereine Events auf die Beine stellen, eine große Haftungslücke offenbart. Lediglich 17 Prozent haben eine Vermögensschadenhaftpflicht abgeschlossen. Verschwindende 1,8 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Verein eine Cyber- oder Daten-Versicherung besitzt. Dabei nannten 18 Prozent der Befragten einen Datenschutz-Verstoß als größtes Risiko für ihren Verein. Weitere sieben Prozent fürchten zudem einen Cyberangriff.    

„Unsere Umfrage zeigt einen deutlichen Kontrast zwischen Wahrnehmung und De-facto-Absicherung“, erklärt Underwriting Manager Mario Hartmann und ergänzt: „Ehrenamtliches Engagement sollte für Vereinsmitglieder jedoch nicht mit der Gefahr von eigenen finanziellen Schäden einhergehen.“ Daher sollten sich auch „ehrenamtlich organisierte Strukturen“ – genau wie Wirtschaftsunternehmen – mit einem bedarfsgerechten Versicherungskonzept beschäftigen.