Versicherer verzeichnen hohe Sturmschäden

Martin Thaler Versicherungen

Auch 2022 sorgen Naturgefahren bei den Versicherern für hohe Schäden. Anders als im Vorjahr stehen dabei bislang keine Überflutungen und Hochwasserereignisse im Fokus. Dafür sorgten Sturmtiefs für Verheerungen.

Sturmschaden Bild: Sean Gallup/ Staff

Das Sturmtief Ylenia sorgte im Zusammenspiel mit zwei weiteren Stürmen im Februar deutschlandweit für hohe Schäden. Bild: Sean Gallup/ Staff

Trotz bislang ausbleibender großflächiger Flutereignisse in diesem Jahr, steuern die deutschen Versicherer erneut auf ein überdurchschnittliches Schadenjahr im Hinblick auf Naturgefahren hin. Sturm, Hagel & Co. verursachten in den ersten sechs Monaten bislang drei Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert liegt bei 3,8 Milliarden Euro, allerdings für ein gesamtes Jahr.  

Schadentreiber waren nicht wie noch 2021 Flutereignisse, sondern Stürme. So sorgte die aus den Winterstürmen „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ bestehende Sturmserie im Februar allein für Schäden in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Zählt man die drei Stürme zusammen, liegen sie auf Platz drei der schwersten Winterstürme seit 2002. Nur die Orkantiefs Kyrill (2007, 3,65 Milliarden Euro versicherte Schäden) und Jeanett (2002, 1,5 Milliarden Euro) waren verheerender. Auch der im Mai über die westfälischen Städte Paderborn, Lippstadt und Höxter ziehende Tornado „Emmelinde“ sorgte für große Schäden.

Beschädigte Häuser und Industriebetriebe sowie zerstörter Hausrat kosteten die Versicherer im ersten Halbjahr insgesamt 2,5 Milliarden Euro. Auch die Kraftfahrtversicherer registrierten mit einem Schadenvolumen von 500 Millionen Euro etwas mehr Schäden als sonst.    

Bislang nur geringe Elementarschäden

Elementarschäden spielten anders als im Vorjahr in den ersten sechs Monaten 2022 indes kaum eine Rolle. So liegen die bislang entstandenen Schäden in Höhe von 100 Millionen Euro deutlich unter den Erwartungen der Versicherer. 2021 hatte insbesondere die Juli-Sturzflut im Westen Deutschlands für weitgehende Verheerungen gesorgt und das vergangene Jahr mit einem Schadenvolumen von rund 12,5 Milliarden Euro zum teuersten Naturgefahrenjahr für die Versicherer gemacht.  

Die Versicherer selbst rechnen auch für die Zukunft mit steigenden Schäden. Verantwortlich ist der Klimawandel. „Der Klimawandel schreitet weiter voran. Derzeit befinden wir uns auf einem Pfad, der mit drei Grad deutlich über der 1,5-Grad-Schwelle des Pariser Klimaabkommens liegt“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. „2026 könnten wir diese Schwelle bereits überschreiten. Extremwetterereignisse nehmen infolge des Klimawandels in Frequenz und Intensität zu.“