Schulabschluss: Diese Versicherungen sind wichtig

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News von Detlef Pohl

Viele Schulabgänger starten gerade mit der Ausbildung, dem freiwilligem sozialem Jahr oder dem Studium und sind zum ersten Mal weg von den Eltern. Ein Makler und Sachverständiger hat den akuten Versicherungsbedarf gecheckt.

Wenn das Geld nicht reicht, geht private BU-Absicherung vor eine private Unfallabsicherung, sagt BU-Sachverständiger und Versicherungsmakler Bert Heidekamp. Bild: Pohl

Wenn das Geld nicht reicht, geht private BU-Absicherung vor eine private Unfallabsicherung, sagt BU-Sachverständiger und Versicherungsmakler Bert Heidekamp. Bild: Pohl

Solange Schüler zu Hause wohnen, muss sich der Berater keine Sorgen um die Neuordnung von Versicherungen machen. „Das ändert sich bei den ersten Schritten in Richtung Selbstständigkeit“, weiß Versicherungsmakler Bert Heidekamp, zugleich Analyst sowie vom Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter geprüfter und zertifizierter Sachverständiger für Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Pflegeversicherungen.

Kürzlich hat er für die Verbraucher-Zeitschrift „Guter Rat“ den Bedarf umfassend analysiert und zu jedem Versicherungsthema auch einen Tarif-Tipp herausgearbeitet. Für procontra gibt es hier die Quintessenz, weil man auch als Vermittler bei manch „scheinbar einfacher Versicherung inzwischen tief in den Tarifvergleich einsteigen“ müsse.

Bei Privathaftpflicht genau auf die Umstände schauen

Beispiel Privathaftpflicht: Teenager, die gerade die Schule beendet haben, sind weiter bei den Eltern versichert, wenn unmittelbar im Anschluss Studium oder Ausbildung beginnen. Doch was bedeutet „unmittelbar“? Es gibt Versicherer, die keine Zeitdifferenz darunter verstehen, sagt Heidekamp, andere erkennen bis zu ein Jahr als angemessen an. „Das sollte zur Sicherheit mit dem Versicherer schriftlich geklärt werden, damit es keine Deckungslücke gibt“, rät der Makler seinen Berufskollegen.

Bei Wehrdienst oder Freiwilligem Sozialem Jahr bleibt der Versicherungsschutz in der Regel bestehen. Einige Tarife bieten Versicherungsschutz nur während des ersten bzw. erstmaligen Berufsausbildung oder Studiums. Bricht das „Kind“ also die erste Ausbildung ab, verfällt bei einigen Anbietern bereits der Schutz. Auch wenn eine Erstausbildung abgeschlossen ist, bleibt bei vielen Tarifen unklar, ob oder wie lange noch Schutz besteht. Häufig ist es für maximal ein Jahr, so Heidekamp. Sein Tarif-Tipp: die Haftpflichtkasse, Tarif „Einfach Komplett“ (Stand 1.2022).

Familiäre Krankenversicherung aufrechterhalten

90 Prozent der Eltern sind gesetzlich krankenversichert – und ihre Kinder damit über die kostenlose Familienversicherung der GKV ebenfalls. Beginnt der Schulabgänger aber eine Ausbildung, ist er automatisch pflichtversichert und kann sich eine gesetzliche Krankenkasse wählen. Anders bei Studenten: Sie sind ab der Immatrikulation zwar ebenfalls gesetzlich pflichtversichert und müssen eine Versicherungsbescheinigung einer Krankenkasse vorlegen, bleiben aber bis zum 25. Geburtstag weiterhin kostenlos bei den Eltern familienversichert. Dauert das Studium länger, kann man sich bei der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) anmelden und als freiwillig Versicherter ermäßigten Beitrag zwischen dem 26sten und 30sten Lebensjahr zahlen“, so Heidekamp.

Ist der Jugendliche privat krankenversichert (PKV), muss er sich von der GKV befreien lassen und eine Befreiungsbestätigung einholen. Er bleibt dann in der PKV und zahlt den Beitrag weiter, was insbesondere für Studenten oder Eltern mit mehreren Kindern eine finanzielle Bürde darstellt. Der Wechsel in die GKV ist nur möglich, wenn Leistung vom Jobcenter oder Arbeitsamt bezogen oder ein versicherungspflichtiger Job angetreten wird.

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