Rating: Nur 6 PKV-Anbieter stehen finanziell „ausgezeichnet“ da

Florian Burghardt Versicherungen Top News Meistgeklickt

Finanzstabilität führt in der PKV zu Beitragsstabilität – ein hohes Gut in den Augen von Vermittlern und Kunden. In einem aktuellen Vergleich von 30 privaten Krankenversicherern konnten jedoch nur 6 Unternehmen voll überzeugen. 5 andere stehen dagegen „sehr schwach“ da.

Bild: paolo_hppd

6 private Krankenversicherer weisen laut einem aktuellen Rating von Morgen & Morgen eine „ausgezeichnete“ Finanzstärke auf. Bei 5 anderen sei das Ergebnis hingegen „sehr schwach“. Bild: paolo_hppd

„Die PKV-Branche meistert die Herausforderungen der Pandemie weiterhin gut, unterm Strich deutlich besser als andere Wirtschaftszweige.“ So lautet das positiv gestimmte Fazit der Hofheimer Ratingagentur Morgen & Morgen nach einer Analyse der Bilanzen von 30 privaten Krankenversicherern. Die durch die Zinswende leicht entspanntere Kapitalmarktsituation sowie weiterhin ausbleibende Mehrkosten durch die Pandemie würden zudem dazu führen, dass sich die Krankenversicherer in manchen Bereichen sogar leicht verbessern konnten.

Diese Bereiche sind zum Beispiel die gestiegene Quote der Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB-Quote). Das deutet auf geringere Leistungsausgaben hin – trotz höherer Ausgaben in den Bereichen Prävention, Hygienemaßnahmen und Tests. Teilweise könnte diese Entwicklung aber auch durch einen Sondereffekt begünstigt sein, denn die verminderten Ausgaben entstanden in den vergangenen Jahren auch durch aufgeschobene Operationen und Behandlungen.

10 Bilanzkennzahlen in der Analyse

Konkret blickt Morgen & Morgen in seinem „M&M Rating KV-Unternehmen“ auf die Geschäftsberichte der privaten Krankenversicherer aus den Jahren 2017 bis einschließlich 2021. Durch die Betrachtung des Fünfjahreszeitraums lassen sich vielschichtige Faktoren besser herauslesen, heißt es von Seiten der Studienautoren. So würden zum Beispiel auch Wechselwirkungen der verschiedenen Bilanzkennzahlen zueinander berücksichtigt. Jede bewertete Gesellschaft werde im Vergleich zu den anderen Marktteilnehmern beurteilt und damit einem Benchmarking unterzogen. Mit einem guten Rating-Ergebnis lässt sich zumindest tendenziell auch eine erhöhte Beitragsstabilität herleiten – die wichtigste Eigenschaft eines PKV-Anbieters aus Vermittlersicht.

Insgesamt zehn Bilanzkennzahlen fließen in die Bewertung ein. Diese sind:

  • Nettoverzinsung
  • Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote
  • Abschlusskostenquote
  • Verwaltungskostenquote
  • Wachstumsrate natürlicher Personen Vollversicherung
  • Wachstumsrate natürlicher Personen Ergänzungsversicherung
  • Eigenkapitalquote
  • RfB-Quote
  • RfB-Zuführungsquote
  • Bewertungsreservequote

6x Top, 5x Flop

Durch den jeweils direkten Vergleich aller Unternehmenskennzahlen miteinander ergibt sich für alle Bilanzkennzahlen ein Mittelwert. Je nach Abweichung nach oben oder nach unten erhält ein Unternehmen eine bessere oder schlechtere Bewertung, bis letztendlich eine Rangliste mit Gesamt-Ratingbewertungen feststeht. Das genaue Rating-Verfahren kann man hier nachlesen.

Von den 30 untersuchten privaten Krankenversicherern konnten in diesem Jahr sechs die Höchstbewertung von 5 Sternen („ausgezeichnet“) erhalten. Diese sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Alte Oldenburger
  • Hansemerkur
  • LVM
  • R+V
  • Signal Iduna
  • Universa

Allerdings wurden auch fünf PKV-Anbieter mit der Bewertung 1 Stern („sehr schwach“) bedacht. Diese sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Bayerische Beamtenkrankenkasse (BBKK)
  • Huk-Coburg
  • Nürnberger
  • Union Krankenversicherung (UKV)
  • vrk Krankenversicherung

Die vollständige Liste mit allen Ergebnissen gibt es hier.