Inflation und Altersarmut: Das sind die größten Sorgen der Deutschen

Anne Mareile Walter Berater

Welche Geldanlage bevorzugen die Deutschen in Krisenzeiten? Wie sehr beeinflusst die Inflation finanzielle Entscheidungen? Und wo wird gespart? Der Risikoreport der Ergo gibt Aufschluss.

Ergo Bild: AndreyPopov

Welche finanziellen Sorgen treiben die Deutschen um? Das hat nun die Ergo in ihrem Risiko-Report untersucht. Bild: AndreyPopov

Rekord-Inflation, Gasknappheit, Störung der Lieferketten – es gibt derzeit mehrere Gründe, die bei den Deutschen zu finanziellen Sorgen führen könnten. Doch wie gut kommen die Bundesbürger tatsächlich über die Runden? Wo müssen sie den Rotstift ansetzen und welchen Effekt hat die Inflation auf ihre Haushaltkassen? Auf diese und andere Fragen liefert der Ergo-Risikoreport 2022 eine Antwort. Vom 28. März bis 10. April befragte der Versicherer dafür bundesweit mehr als 3.000 Männer und Frauen.   

Ein Ergebnis: Versicherungen haben in der aktuellen Krisenzeit bei den Anlegern kein Vertrauen eingebüßt. Mit 38 Prozent legt der Großteil der Befragten sein Geld in Lebensversicherungen, Riester-Renten oder einer betrieblichen Altersvorsorge an. Vor allem bei den 32- bis 40-Jährigen ist diese Anlageform beliebt. Auch 2018 führten mit 42 Prozent Versicherungen das Ranking der bevorzugten Investmentarten an. An zweiter Stelle liegen die Geldanlagen Immobilien und Aktien, jeweils 34 Prozent der Befragten setzen darauf. Gold und andere Rohstoffe bilden mit zehn Prozent das Schlusslicht. Jeder fünfte Deutsche legt überhaupt kein Geld an – vor allem die über 60-Jährigen verzichten darauf.  

Angst vor Altersarmut weit verbreitet

Insgesamt ist die Angst vor Altersarmut allerdings weit verbreitet: 44 Prozent der Befragten gaben dies als Sorge an. Dabei würde ein Drittel gern mehr für die private Altersvorsorge tun, kann es sich finanziell aber nicht leisten. 37 Prozent der Frauen und 26 Prozent der Männer legen monatlich nichts fürs Rentenalter zurück und jeder Zehnte investiert maximal bis zu 50 Euro im Monat. Allerdings hat die Zahl der Menschen, die privat nichts für ihre Altersvorsorge tun, im Vergleich zur ersten Befragung im Jahr 2019 um vier Prozentpunkte abgenommen.

Insgesamt ist die Sorge um die eigene finanzielle Situation bei den Deutschen weit verbreitet. Nur drei von zehn Befragten gaben an, sich gar keine Sorgen zu machen. 43 Prozent kommen zwar im Alltag mit ihren Finanzen aus, können sich aber keinen Urlaub oder Unvorhergesehenes mehr leisten. Und 29 Prozent schränken sich in „vielen Bereichen“ stark ein, um über die Runden zu kommen. Dabei gehören Beamte zu den Berufsgruppen, die aktuell eher unbeschwert mit dem Thema Finanzen umgehen. 49 Prozent sind frei von finanziellen Sorgen. 

Mit folgender Frage stellt der Risiko-Report das Sparverhalten der Deutschen auf den Prüfstand: „Welche Maßnahmen ergreifen Sie, wenn Sie 20 Prozent weniger Geld zur Verfügung haben?“ Mit 74 Prozent setzt der Großteil den Rotstift bei den alltäglichen Ausgaben an, 60 Prozent würden den Energieverbrauch herunterschrauben und 46 Prozent auf kostenpflichtige Freizeitaktivitäten verzichten. Auf Erspartes greifen 26 Prozent zurück – lediglich 14 Prozent würden Versicherungen kündigen.

Das Thema Inflation spielt für 69 Prozent bei finanziellen Entscheidungen eine Rolle und beim Blick auf die zukünftige Inflationsrate ist die Mehrheit optimistisch. So gehen 32 Prozent davon aus, dass die Inflation innerhalb der nächsten fünf Jahre wieder sinken wird. 28 Prozent sind der Ansicht: Die Preissteigerung setzt sich in Zukunft fort, 37 Prozent trauen sich keine Prognose zu und nur drei Prozent denken, dass die Rate auf dem aktuellen Niveau bleiben wird.