Günstigere Preise, hochwertige Bedingungen: Diese Risikolebenstarife überzeugen

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Trotz des gesunkenen Rechnungszinses ist bei Risikolebensversicherungen kein Preisanstieg feststellbar – im Gegenteil, hebt das Analysehaus Morgen & Morgen in einem neuen Rating zur Risikolebensversicherung hervor. Der Großteil der untersuchten Tarife kann dabei überzeugen.

Risikoleben Bild: izusek

Fast 75 Prozent aller Risikoleben-Tarife konnten die Analysten von Morgen & Morgen vollends überzeugen. Bild: izusek

Ob im Supermarkt oder an der Tankstelle – alles scheint derzeit teurer zu werden. Auch bei Versicherungsprämien wird für die Zukunft inflationsbedingt mit deutlichen Steigerungen gerechnet – in der Wohngebäudeversicherung können diese laut Experten beispielsweise bis zu 15 Prozent betragen.  

Eine erfreuliche Ausnahme stellt nach Angaben des Ratinghauses Morgen & Morgen die Risikolebensversicherung dar. Trotz der Rechnungszinssenkung zu Beginn des Jahres registriert das Analysehaus bei neueren Tarife günstigere Beiträge – im Mittel um fünf Prozent.

"Der Markt verfügt über weitaus mehr Stellschrauben"

„Die pauschale Erwartung, dass die Preise mit sinkendem Rechnungszins steigen werden, kann nicht bestätigt werden. Der Markt verfügt über weitaus mehr Stellschrauben, wie die Analyse zeigt“, bemerkt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik bei Morgen & Morgen. So hätten viele Anbieter ihre Tarifkalkulation zuletzt grundlegend überarbeitet, beispielsweise durch differenziertere Berufsgruppen-Einstufungen, höhere Lebenserwartungen und Kosteneinsparungen.  

Zudem belegen die Versicherer schlechtere Risiken mit klaren Zuschlägen, zum Beispiel über den Bodymass-Index oder die Kurzzeit-Nichtraucherangabe. Das „risikoarme Kollektiv“ bleibe durch diese Maßnahmen günstig beziehungsweise werden sogar günstiger, schreibt Morgen & Morgen in seinem aktuellen Marktblick.  

Auch die höheren Lebenserwartungen in den DAV-Tafeln machen sich in den neuen Tarifen bemerkbar. Die Versicherer können unter Berücksichtigung dieser mit niedrigeren Sterbewahrscheinlichkeiten kalkulieren, was sich letztlich auch bei den Preisen bemerkbar macht.  

Großzahl der Tarife überzeugt

Auch bedingungstechnisch können die meisten am Markt befindlichen Tarife überzeugen. Insgesamt 19 Kriterien untersuchte das Analysehaus in seinem jüngsten Test, maximal 43 Bewertungspunkte konnten die Tarife dabei erreichen.  

Wie üblich wurden die Tarife mit Noten von einem (sehr schwach) bis fünf Sternen (ausgezeichnet) bedacht. Um mit vier beziehungsweise fünf Sternen ausgezeichnet zu werden, mussten die Tarife nicht nur die notwendige Punktzahl erreichen, sondern auch bestimmte Mindestkriterien erfüllen. Hierzu gehören unter anderem:  

  • Der Versicherer verzichtet auf sein Recht auf Kündigung oder Vertragsanpassung nach § 19 VVG, wenn der Versicherungsnehmer die Anzeigepflichtverletzung nicht zu vertreten hat.  
  • Der Versicherer verzichtet auf sein Recht zur Kündigung bei gemeldeter Gefahrerhöhung.  
  • Der Versicherer bietet eine Nachversicherungsgarantie bei Heirat oder Eintrag einer Lebenspartnerschaft.  
  • Der Versicherer bietet eine Nachversicherungsgarantie bei Geburt oder Adoption eines Kindes.  
  • Der Versicherer bietet eine Nachversicherungsgarantie bei Immobilienerwerb.  
  • Der Versicherer verzichtet auf unübliche Einschränkungen bzw. Klauseln, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören.  

Von den untersuchten 156 Tarifen erhielten knapp 74 Prozent – also beinahe jeder dritte – die Höchstnote von fünf Sternen. Das sind nochmal 15 mehr als beim letzten Rating im vergangenen Jahr.  

25 Tarife erhielten darüber hinaus eine Bewertung von vier Sternen, 16 weitere eine Bewertung von drei Sternen. Eine Bewertung von zwei beziehungsweise gar nur einem Stern erhielt kein einziger Tarif – in den Vorjahren war jeweils noch ein einziger Tarif (zwei Sterne) bei den Morgen & Morgen-Analysten durchgefallen.  

Versicherer, die mindestens einen Top-Tarif (fünf Sterne) im Angebot haben, sind: Allianz, Alte Leipziger, Asuro, Axa, Basler, Bayern-Versicherung, Canada Life, Concordia oeco, Continentale, Cosmos Direkt, Credit Life, DBV, Degenia, Dela, Delta Direkt, Deutsche Ärzteversicherung, DEVK, DEVK Eisenbahn, Dialog, Dortmunder, DLVAG, Ergo Vorsorge, Europa, Generali Deutschland, Gothaer, Hannoversche, HanseMerkur, HUK24, HUK-Coburg, InterRisk, LV 1871, LVM, Münchener Verein, Mylife, Neue Leben, Nürnberger, PB Leben, Provinzial Nordwest, Provinzial Rheinland, Signal Iduna, Stuttgarter, VGH, VPV, Versicherer im Raum der Kirchen, WGV, Württembergische, Zurich Deutscher Herold, Zurich Life.

Damit ist der Kreis der Versicherer mit Bestnote im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um fünf gestiegen (Continentale, LV 1871, Münchener Verein, WGV, Zurich Life).  

Das Ergebnis für die einzelnen Tarife finden Sie hier.