Großteil der Grundfähigkeitsversicherungen überzeugt im Franke und Bornberg-Rating

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Der Markt für Grundfähigkeitsversicherungen ist für Kunden aber auch Berater aufgrund immer neuer Leistungsauslöser und Definitionen äußerst komplex. Nun hat das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg sein Grundfähigkeits-Rating neu aufgelegt. Viele Tarife konnten dabei überzeugen.

Grundfähigkeitsversicherung Bild: Orbon Alija

Die Fähigkeiten Hören gehört für Franke und Bornberg zum Leistungskatalog einer Grundfähigkeitversicherung. Viele Anbieter entwickeln jedoch immer spezifischere Leistungsauslöser. Bild: Orbon Alija

Ob Sprechen, Hören, Sehen oder Treppen steigen – wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann beziehungsweise nicht finanziert bekommt, kann mit einer Grundfähigkeitsversicherung zumindest einzelne Fähigkeiten absichern. Ein Produkt, das immer mehr Versicherer in ihr Portfolio aufnehmen.

„Versicherer entdecken zunehmend, dass die Grundfähigkeitsversicherung ihr BU-Geschäft nicht kannibalisiert. Ganz im Gegenteil – sie bietet ihnen zusätzliche Absatzchancen bei Menschen, die wegen ihres Berufes oder aufgrund von Vorerkrankungen keinen bezahlbaren BU-Schutz erhalten würden“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg.  

Das Hannoveraner Analysehaus hat erneut die am Markt befindlichen Grundfähigkeits-Tarife einer Untersuchung unterzogen. 26 Anbieter gibt es mittlerweile am Markt – das sind deutlich mehr als noch 2019 (17 Anbieter). Weitere Anbieter stehen zudem kurz vor der Markteinführung.  

Für die Kunden ist das immer breiter werdende Angebot jedoch nicht nur ein Segen. Denn die jeweiligen Leistungsauslöser sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich definiert – das ist nicht nur für den Kunden verwirrend, sondern auch für den Berater. Diese müssen für den jeweiligen Kunden passende zu versichernde Grundfähigkeiten ermitteln und anschließend auch die dafür vorteilhaftesten Definitionen.  

Neue Leistungsauslöser

Franke hat zudem als Trend beobachtet, dass viele Versicherer mittlerweile „Stripping down“ betreiben. Gemeint ist damit, dass etablierte Grundfähigkeiten in spezifischere, detailliertere Leistungsauslöser aufgespalten werden. So gibt es neben der Fähigkeit „Sehen“ mittlerweile auch den Leistungsauslöser „Bildschirmtätigkeit“, zur Grundfähigkeit „Hände gebrauchen“ gesellt sich die Fähigkeit „Benutzung elektronischer Geräte wie Smartphones, Tablets oder Gamecontroller“.

Eine Entwicklung, die seitens Franke mit Skepsis beobachtet wird. „Stripping Down bietet häufig keinen belastbaren Mehrwert. Es setzt vor allem das Kopfkino in Gang. Das Smartphone, ein Tablet oder die geliebte Spielekonsole nicht mehr nutzen zu können, kommt für viele Menschen einem GAU gleich. Und erhöht ihre Bereitschaft, für diese Fälle vorzusorgen.“  

Franke und Bornberg stützt sich in seinem Rating hingegen auf 15 Grundfähigkeiten, die das Analysehaus für relevant erachtet. Dazu gehören  

  • Gehen
  • Stehen
  • Knien oder Bücken
  • Autofahren
  • Sprechen
  • Hören
  • Heben und Tragen
  • Arme bewegen
  • Hände gebrauchen (Feinmotorik)
  • Hände gebrauchen (greifen/ Kraft aufwenden)
  • Hände gebrauchen (Beweglichkeit)
  • Sehen
  • geistige Leistungsfähigkeit
  • Sitzen
  • Treppen steigen    

Insgesamt 97 Tarife von 26 Gesellschaften wurden von Franke und Bornberg auf bis zu 74 Kriterien überprüfen. Unterschieden wird dabei zwischen den Kategorien „Grundfähigkeit“ und „Grundfähigkeit Plus“. Tarife der Plus-Kategorie enthalten Zusatzbausteine mit weiteren Leistungsauslösern. Dazu gehört unter anderem der Versicherungsschutz bei schweren Krankheiten.  

Vergeben wurden insgesamt sieben Noten, die von „Hervorragend“ (FFF+) bis „Ungenügend“ (F-) reichen. Die Höchstnote erhielten dabei nur Tarife, die die oben genannten Grundfähigkeiten in der geforderten Qualität absichern.  

Das Ratingergebnis fiel aus Sicht von Franke und Bornberg dabei erfreulich aus. In der Kategorie Grundfähigkeitsversicherung erhielt fast jeder zweite Tarif (47,37 Prozent) die höchste Note. Vier weitere Tarife (7,02 Prozent) wurden darüber hinaus mit „sehr gut“ bewertet.  

Während die übrigen Tarife im Bewertungs-Mittelfeld angesiedelt sind, fiel nur ein einzelner Tarif bei den Testern durch und wurde mit mangelhaft (F) ausgezeichnet.  

In der Kategorie „Grundfähigkeitsversicherung Plus“ ist der Anteil exzellent bewerteter Tarife ebenfalls hoch. Die Hälfte der 40 untersuchten Tarife ist aus Sicht der Tester hervorragend (42,5 Prozent) oder sehr gut (7,5 Prozent). Die schlechtesten drei Noten wurden hier nicht vergeben. Auch das Analysehaus Morgen & Morgen hatte kürzlich die überwiegende Mehrzahl der am Markt befindlichen Tarife sehr gut bewertet.

Welcher Tarif wie bewertet wurde, kann auf der Seite von Franke und Bornberg nachgelesen werden.