Die Fondspolicen mit der besten Investmentqualität

Martin Thaler Berater Versicherungen Top News

Im Hinblick auf die Fondsauswahl und Flexibilität besteht bei vielen Fondspolicen noch Luft nach oben, stellt ein Hamburger Beratungshaus fest. Zugleich ermittelte es, welche Tarife für welche Kundengruppe am überzeugendsten sind.

Fondspolice Bild: tiero

Das Hamburger Beratungshaus Smart Asset Management Service hat die Investmentqualität von 21 Fondspolicen untersucht. Bild: tiero

Die Fondspolice gilt für die Versicherer als Hoffnungsträger – gerade in Zeiten von Niedrigzinsen versprachen sie den Kunden auskömmliche Renditen. In den vergangenen Jahren wurden fondsgebundene Versicherungen ein immer wichtigerer Geschäftsbestandteil für die deutschen Lebensversicherer. Ihr Anteil am Neugeschäft betrug 2021 bereits über 40 Prozent.  

Doch gleichzeitig stehen die Produkte auch unter Druck. Erst im Frühjahr mussten die Lebensversicherer harte Kritik seitens der BaFin einstecken, die unter anderem zu hohe Kosten bei den Versicherungen anprangerte. Entscheidend für eine auskömmliche Rendite ist aber in erster Linie die Investmentqualität, argumentiert das Hamburger Beratungsunternehmen Smart Asset Management Service.

Beratungshaus untersucht 21 Tarife

Der Erfolg von Fondspolicen hänge entscheidend davon ab, „welche Fonds aus dem Fondsuniversum des jeweiligen Tarifs vom Berater in welcher Gewichtung ausgewählt werden und wie sie zu den tatsächlichen Anforderungen des Kunden hinsichtlich Rendite und Risiko passen“, sagt deren Geschäftsführer Thorsten Dorn anlässlich der Veröffentlichung des fünften „Fondspolicenreport“. Insgesamt 21 Tarife wurden dafür zusammen mit dem Münchener Institut für Vermögensaufbau (IVA) untersucht.  

Zunächst die ernüchternde Erkenntnis: Die Investmentqualität hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verbessert. Zwar stehen Anlegern und Beratern nun wesentlich mehr Fonds zur Auswahl – ein entscheidendes Kriterium für die Investmentqualität. Allerdings hat diese Ausweitung des Angebots kaum Auswirkungen auf die Qualität, bemängelt der Report. Denn das Angebot ist nach wie vor unausgewogen. „Gut die Hälfte der Tarife bieten deutliche Lücken in der Ausgewogenheit der Assetklassen. Und dies in den Kern- und den Satelliten-Assetklassen gleichermaßen.“  

So gebe es zwar ein übermäßiges Angebot in den Bereichen „Aktien global“ und „Aktien Europa“. Assetklassen wie „Aktien Japan“ oder „Unternehmensanleihen Global“ sind indes kaum zu finden. Gleiches gilt für Satellit-Assetklassen wie „Nebenwerte US“ oder „Emerging Markets“.  

Positiv bemerkten die Analysten, dass in einigen Tarifen bestimmte Anlagerestriktionen aufgehoben wurden. So hatte zuletzt noch die Hälfte der untersuchten Fondspolicen vorgeschrieben, dass mindestens zehn Prozent des investierten Kapitals in einen Fonds investiert werden müssen. Mittlerweile weisen nur noch zwei Anbieter entsprechende Mindestinvestitionsquoten auf. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, heißt es hierzu im Fondsreport. Schließlich wirkten sich Mindestinvestitionsquoten oftmals negativ auf die Renditechancen oder Risikobudget des Kunden aus.  

4 Kundengruppen untersucht

Immer noch die Hälfte der Anbieter beschränkt die Auswahl jedoch auf maximal zehn besparbare Fonds. „Diese Restriktion macht ein optimal diversifiziertes Portfolio so gut wie nicht darstellbar“, kritisieren die Studienautoren.  

Trotzdem gibt es für jede Zielgruppe einige sehr gute Tarife, resümieren die Analysten. Investment-Kunden werden dabei in insgesamt vier Gruppen eingeteilt: defensiv, ausgewogen, wachstumsorientiert, maximale Rendite. Bewertet wurden unter anderem die Investmentauswahl basierend auf den Core- und Satelliten-Assetklassen sowie Tarifmerkmale wie die Mindestgewichtung, die Anzahl der Einzelfonds im Vertrag oder die Möglichkeit von kostenlosen Fondswechseln. Keine Rolle spielte indes die Kostenseite, sprich Abschluss- und Verwaltungskosten.

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