Demografischer Wandel verändert Investitionsentscheidungen

Hannah Petersohn Investmentfonds

Der demografische Wandel macht auch vor Investitionsentscheidungen nicht Halt: Demnach beeinflusst er bereits jetzt zu großen Teilen die Arbeit der Finanzanlageberater. Auch die Auswahl der Vermögenswerte ist von den Entwicklungen betroffen.

Demografischer Wandel verändert Investitionsentscheidungen Bild: ipopba

Der demografische Wandel hat erheblichen Einfluss auf die Frage, wie Anleger investieren. Und der Einfluss könnte weiter zunehmen, glaubt man einer aktuellen Befragung unter Investoren. Bild: ipopba

Der demografische Wandel beeinflusst das Anlegerverhalten. Demnach sagen drei Viertel (74 Prozent) der Investoren, dass diese Entwicklung in den vergangenen drei Jahren Einfluss auf die Investitionsfrage genommen habe. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung unter 135 institutionellen Investoren und Finanzanlagevermittlern in Europa, Asien und USA, die der Vermögensverwalters BNP Paribas Asset vorgenommen hat.

Ein weiteres, wenig überraschendes Ergebnis der Studie: Ebenfalls über ein Drittel der europäischen Anleger (78 Prozent) sind davon überzeugt, dass sich der Einfluss des demografischen Wandels in den kommenden zehn Jahren noch verstärken wird. Dabei zeigen sich allerdings Unterschiede zwischen Finanzvermittlern und institutionellen Anlegern: Während die ersten insgesamt bereits zu 86 Prozent den demografischen Wandel in den Anlageentscheidungen berücksichtigen, trifft das hingegen nur auf 69 Prozent der institutionellen Investoren zu.

Auch die Asset Allokation, also die Auswahl der Vermögenswerte (Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe) wird durch die das Thema beeinflusst. Finanzberater sind vor allem von thematischen Investments überzeugt (63 Prozent). Auch Aktien (53 Prozent) und Investments in die Infrastruktur (47 Prozent) seien vielversprechend. Die große Mehrheit der befragten Anleger (91 Prozent) passt laut der Studie ihre Investmentstrategien an die Entwicklungen an. Der demografische Wandel erfordere geradezu die Umschichtung von Kapital, so Hagen Schremmer, CEO BNP Paribas Asset Management Deutschland: „Die Investmentbranche wird sich grundlegend wandeln müssen – nur so können wir Themen wie die Finanzierung der Rentenlücke, den Übergang vom Vermögensaufbau zum Vermögenserhalt (…) in Angriff nehmen.“

Auch hinsichtlich der Entscheidung, in welche Sektoren das Geld investiert wird, zeigt sich die Bedeutung des demografischen Wandels: 95 Prozent der europäischen Investoren nennen den Gesundheitssektor als einen der attraktivsten Anlagebereiche, während Technologie auf dem zweiten Platz rangiert (81 Prozent).

Mut zum Risiko, trotz gedämpfter Erwartungen

Nur 21 Prozent der befragten europäischen Investoren können sich vorstellen, dass im demografischen Wandel auch Chancen für das Portfolio liegen könnten. Zum Vergleich: In den USA sind es immerhin 32 Prozent. Allerdings sehen dafür nur 18 Prozent der Befragten in Europa den demografischen Wandel als Risiko (USA: 22 Prozent). So erklärt sich auch, warum immerhin 17 Prozent der Anleger in Europa auf Ganze gehen will und die Investitionsrisiken in den nächsten Jahren erhöhen möchte.