BVK: Provisionsrichtwert ist Unsinn

Detlef Pohl Berater Top News

BVK will mit Makler-Beirat die Maklerschaft stärken

Der BVK, der sich als „führender unabhängiger Maklerverband“ bezeichnet, hat angekündigt, die Maklerschaft im öffentlichen Bewusstsein zu stärken. Dazu soll am 13. Dezember ein Makler-Beirat installiert werden, dessen Mitglieder schon feststehen und offenbar ihre Mitarbeit zugesagt haben: Ulrich Neumann, langjähriger Maklervertriebschef der Gothaer, soll den BVK-Maklerbeirat im Zusammenspiel mit dem BVK-Präsidium leiten.

Weitere Mitglieder sind Christian Durchholz (BBG), Michael Franke (Insuranceconsult), Bernd Helmsauer (Helmsauer & Kollegen), Dieter Knörrer (BBG), Klaus Liebig (Vfm), Simon Nörtersheuser (Policen Direkt), Michael Richthammer (Versicherungsmakler Richthammer) und ab Januar als Gast auch Hans-Georg Jenssen, der demnächst seine Tätigkeit als BDVM-Geschäftsführer beendet und in den Ruhestand geht.

Verband sorgt sich um Unabhängigkeit vieler Vermittler

Die Initiative ist nicht selbstverständlich. Immerhin sind von den 35.000 Mitgliedsbetrieben rund 80 Prozent als Exklusiv- oder Mehrfachvertreter tätig und nur 20 Prozent als Makler, räumte Heinz auf Nachfrage von procontra ein. Aus Sicht des BVK differenziert sich der Maklermarkt immer stärker und schneller aus. Übernahmen großer und kleiner Maklerbestände machen die Runde, zudem binden sich viele Makler eng an Pools und Dienstleister. „Es ist nicht sicher, ob bei Zukäufen die Unabhängigkeit des Maklers bestehen bleibt“, fürchtet Heinz.

Ähnlich sei es bei der Bindung an Dienstleister. Dort erhalten sie Maklerverwaltungsprogramme, Unterstützung bei Geschäftsprozessen, einen breiteren Zugang zu Produktgebern sowie teilweise Spitzencourtagen und – durch Skaleneffekte der Dienstleister – Einkaufsvorteile. „Damit nimmt aber auch ihre Abhängigkeit von diesen Anbietern zu. Eine BVK-Studie zu Maklerpools zeigt, dass Makler nicht immer ein hinreichendes Bewusstsein für die Risiken der Abhängigkeit von Dienstleistern haben", so Heinz.

Makler sollten Kooperationen kritisch hinterfragen

Als „zentraler Maklerverband“ in Deutschland begleite der BVK diese Marktdynamik kritisch. „Marktverschiebungen bedeuten immer auch Machtverschiebungen“, warnt der BVK-Präsident vor Verwerfungen. Dies treffe insbesondere auf die Kleinmakler zu, die im Durchschnitt Ende vierzig sind und mit einem bis zwei Angestellten rund 550 Kunden mit jeweils vier Verträgen betreuen.

Der BVK stehe für echte Unabhängigkeit – im Gegensatz zu manch anderem Verband, der zum Beispiel durch Mitglieder finanziell gefördert wird - und eine hohe Professionalität seiner berufsständischen Arbeit. Dazu soll der BVK-Makler-Beirat beitragen und den „BVK in der Zukunft noch stärker als den führenden Maklerverband positionieren“, hofft Heinz. Juristisch sei man für seine Mitglieder gut aufgestellt. Acht Vollzeitjuristen bewältigten von Bonn aus jährlich 11.000 bis 15.000 Rechtsanfragen der Vermittler. Viele davon drehten sich um Probleme aus dem Vermittleralltag im Umgang mit Versicherern, Pools und anderen Dienstleistern.

Seite 1: Warum es keine neuen Regeln und Richtwerte braucht      
Seite 2: Wieso sich der BVK einen eigenen Maklerbeirat zulegt