Bayerische startet „Wiesn-Police“ für Unfallfolgen

Anne Mareile Walter Berater Produkte & Personalien Versicherungen

Die Kurzzeit-Versicherung soll Oktoberfest-Besucher tageweise vor Unfallfolgen schützen. Derweil setzt das Heidelberger Insurtech Getsafe auf eine digitale Tierabsicherung, die Ergo will KMU mit einer Gewerbe-Haftpflicht unter die Arme greifen und die Signal Iduna kündigt einen Vorstandswechsel an.

Oktoberfest Bild: procontra

Mit einer Kurzzeit-Versicherung will die Bayerische Oktoberfest-Besucher vor Unfallfolgen schützen, Getsafe hat eine neue Police für Tierhalter auf den Markt gebracht und Finlex bietet eine Rundumbetreuung zum Thema Cyberversicherung an. Bild: procontra

Mit Beginn der Oktoberfest-Saison bringt die Bayerische ein Nischenprodukt auf den Markt, das gleichzeitig Geld für einen guten Zweck akquiriert: In Kooperation mit der Düsseldorfer SituatiVe GmbH bietet der Versicherer ab sofort eine spezielle Wiesn-Police an. Die Kurzzeit-Unfallversicherung „WiesnSchutz“ soll auf Tagesbasis vor Schadenereignissen absichern, die in Zusammenhang mit dem Festereignis auf der Münchner Theresienwiese stehen. Sämtliche Einnahmen werden an die Hilfsorganisation „Tafel Deutschland“ gespendet.

„Zum Preis von weniger als einer halben Maß Bier greifen wir dem Oktoberfest-Schutzengel mit unserer Versicherung kräftig unter die Flügel“, beschreibt Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen, das Produkt. Denn mit der Versicherung solle auch Menschen geholfen werden, für die ein Oktoberfestbesuch „finanziell in weiter Ferne liegt“. Das Schadenpaket der Police beinhaltet unter anderem folgende Leistungen: Unfälle beim Besuch des Oktoberfests inklusive An- und Abreise, Unfallfolgen unter Alkoholeinfluss, unfallbedingte kosmetische Operationen sowie eine Zahnzusatzversicherung. Die Kosten pro Tag liegen bei 5,99 Euro, die Mindestlaufzeit für die Police beträgt 24 Stunden.

Gewerbe-Haftpflicht für KMU

Die Ergo hat eine neue Gewerbe-Haftpflichtversicherung für kleine und mittlere Unternehmen gestartet. So biete der Versicherer nun nach umfangreichen Kundenbefragungen einen „passgenauen und leistungsstarken Schutz mit Innovationsgarantie“ an. Die neue Police sei mit einer leistungsstarken Deckung ausgestattet, für die Versicherungssummen stehen drei, fünf oder zehn Millionen Euro zur Auswahl. Infolge der Kundenbefragung seien immer wieder Anpassungen an das Produktkonzept vorgenommen worden, schreibt der Versicherer in seiner Pressemitteilung. Das Bedingungswerk ist auf die Zielgruppe „Einkaufsstraße“ zugeschnitten. Dazu zählen unter anderem Gastgewerbe, Einzelhandel, Friseursalons oder Handwerksbetriebe.

Getsafe startet digitale Tierversicherung

Eine digitale Tierversicherung startet das Heidelberger Versicherungs-Start-up Getsafe. Die Police wurde mit einer eigenen Versicherungslizenz entwickelt, sichert Hunde und Katzen ab und ist in drei Varianten erhältlich: als Vollversicherung Comfort, Premium oder als Operationsschutz. Getsafe will auch bei diesem Produkt auf ein flexibles Versicherungsabonnement und die Nutzung der App setzen. Dementsprechend können die Kunden auch bei dieser Police mit wenigen Klicks Schäden melden, ihren Versicherungsschutz anpassen oder kündigen. Bei Bedarf kann der Vierbeiner zudem über Getsafe kostenlos mit einem Chip ausgestattet werden – sollte das Tier entlaufen, will der Versicherer die Besitzer bei der Suche unterstützen.

Rundumbetreuung in puncto Cyberschutz

Die Financial-Lines-Plattform Finlex erweitert ihr Ökosystem rund um die Cyberversicherung. Künftig sollen Unternehmen betreuende Makler eine Rundumbetreuung zu diesem Thema erhalten. Die Beratung der Makler starte mit einem Risiko-Assessment, das dazu dient, die Versicherbarkeit aufzuzeigen. Dabei werden unter anderen Workshops zur „quantitativen Risikoanalyse“, ein telefonischer Quick-Check oder ein ausführliches Risiko-Audit als qualitative Risikoanalyse angeboten. „Im Finlex Ökosystem geht es nicht nur um die besten Cyber-Versicherungen, sondern auch um optimale Lösungen für ein ganzheitliches Cyber-Risk-Management“, erklärt Dr. Sven Erichsen, Non-Excecutive Director bei Finlex, das Konzept. Mithilfe der Finlex-Plattform sollen Makler ihre Kunden-Unternehmen zielgerichteter in Sachen Cyber-Risiken beraten und „durch das Ökosystem gleich Lösungen dazu vorschlagen.“ Dies sei auch für die Versicherer positiv, da ein Schwachstellenprofil auch aufzeige, wie sich das Risiko-Profil reduzieren lässt.

Neuer Vorstand bei der Signal Iduna

Einen Wechsel im Vorstand des Ressorts Krankenversicherung kündigt die Signal Iduna an: Zum 1. Januar 2023 übernimmt Daniela Rode den Posten von Dr. Karl-Josef Bierth, der zur Jahresmitte 2023 in den Ruhestand wechseln wird. Die 51-jährige Rode verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im deutschen und in europäischen Versicherungsmarkt. So war sie in diversen Führungspositionen bei Erst- und Rückversicherern sowie der Europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA tätig. Seit 2014 ist die Mathematikerin und Aktuarin Geschäftsführerin der RISK-CONSULTING Prof. Dr. Weyer GmbH, einem aktuariellen Beratungsunternehmen in der privaten Krankenversicherung. Zudem ist sie unter anderem Mitglied des Vorstandes der DAV. „Wir konnten mit Daniela Rode eine ausgewiesene Expertin der privaten Krankenversicherung mit einer besonderen Expertise im Bereich Data Analytics gewinnen“, kommentiert Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe. Die Zukunft der privaten Krankenversicherung liege in der Weiterentwicklung vom Rechnungserstatter zum Gesundheitsdienstleister. „Dabei spielt die Nutzung von Daten insbesondere für die Prävention zukünftig eine entscheidende Rolle.“