Allianz und Commerzbank erneuern ihre Bancassurance-Ehe

Florian Burghardt Versicherungen Investmentfonds

Die Allianz und die Commerzbank haben ihre Kooperation im Bankenvertrieb vorzeitig verlängert. Der Versicherer hofft auf einen noch größeren Absatz seiner Produkte. Dem Filialsterben der Bank will man mit einem neuen Ansatz begegnen.

Bild: Allianz

Die Allianz hofft auf einen noch größeren Absatz ihrer Versicherungsprodukte über die Commerzbank. Diese will bis Ende des Jahres allerdings knapp 100 ihrer 550 Filialen geschlossen haben. Bild: Allianz

Die Allianz Deutschland und die Commerzbank AG gehen weiterhin gemeinsame Wege im Bancassurance-Bereich. Die beiden großen Player ihrer Branchen haben ihre bereits seit 2009 laufende Kooperation im Bankenvertrieb vorzeitig über 2023 hinaus bis Dezember 2035 verlängert.

Kern der Vereinbarung ist der Exklusivvertrieb von Versicherungs- und Vorsorgeprodukten der Allianz durch die Commerzbank. Sie beinhaltet Lebens- und private Krankenversicherungen, Policen aus dem Komposit-Bereich sowie Produkte von Allianz Trade und Allianz Partners. „Die Kooperation mit der Commerzbank ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Bancassurance-Strategie und bietet auch in Zukunft großes Wachstumspotenzial für beide Partner“, meint Andreas Kanning, Vorstandsvorsitzender der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG.

Filialschwund über Online-Banking ausgleichen

Es gibt allerdings auch Neuerungen an der Bancassurance-Ehe. So sollen die Versicherungsprodukte der Münchener zukünftig neben den Privatkunden auch den Unternehmer- und Firmenkunden der Bank angeboten werden. Außerdem soll der Vertrieb auf alle Zugangswege ausgeweitet werden, heißt es. Das bedeutet, dass die Allianz-Produkte nicht mehr nur in den Filialen und Beratungscentern der Commerzbank angeboten werden, sondern auch im Online- und Mobile-Banking aller Marken der Unternehmensgruppe.

Dieser Schritt ist logisch, da immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen und nicht mehr in die Filialen gehen. Von diesen verabschiedet sich die Commerzbank auch zunehmend. Bereits im Jahr 2021 hatte das Unternehmen unter anderem mit der Begründung des zunehmenden Online-Bankings 243 Filialen geschlossen. Ende 2021 waren es noch rund 550 in Deutschland. Für 2022 weist die Commerzbank eine Liste der Filialen, die im laufenden Jahr geschlossen werden, auf ihrer Internetseite aus. Darauf sind derzeit weitere 96 Standorte vermerkt.