Wohngebäudeversicherung: Nur 6 Tarife fallen im Morgen & Morgen-Rating durch

Martin Thaler Berater Top News Versicherungen Meistgeklickt

Die Unterschiede im Hinblick auf Preis und Qualität bei Wohngebäudeversicherungen sind groß. Erneut hat das Analysehaus Morgen & Morgen nun über 200 Tarife einer Prüfung unterzogen. Ein Viertel von diesen erhielt die Höchstnote.

Wohngebäude-Rating Bild: Bim

Morgen & Morgen hat erneut zahlreiche Wohngebäudetarife am Markt untersucht. Bild: Bim

Die Wohngebäudeversicherung gehört für Hausbesitzer zweifelsohne zu den wichtigsten Absicherungen im Leben – schließlich gehört der Kauf einer Immobilie für die meisten zu den größten Anschaffungen im Leben. Wie wichtig der Schutz fürs Eigenheim ist, wurde erst im vergangenen Jahr eindrücklich durch die verheerenden Überschwemmungen vor allem im Westen der Republik deutlich.  

Auch für diejenigen Hausbesitzer, die bereits über eine Versicherung für ihr Haus verfügen, lohnt es sich, den Markt zu sondieren. Schließlich fehlt in vielen Altverträge die wichtige Klausel „Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit“. Auch können Anbauten, wie Carport oder Gartenhäuschen, oder Neuanschaffungen, beispielsweise von Photovoltaikanlagen, eine Nachjustierung des Versicherungsschutzes nötig machen. Noch immer verfügt zudem gut die Hälfte der Hausbesitzer nicht über den enorm wichtigen Elementarschutz.  

221 Wohngebäude-Tarife untersucht

Innerhalb der Wohngebäudeversicherung gibt es jedoch große Unterschiede im Hinblick auf Preis und Leistungsumfang. Das Analysehaus Morgen & Morgen hat darum erneut insgesamt 221 Wohngebäude-Tarife anhand von 50 Leistungsfragen untersucht. Berücksichtigt werden nach Angaben des Analysehauses dabei Sachverhalte und Produkteigenschaften, die als wesentlich für die Bedingungsqualität eines Produkts anzusehen sind.  

Gefragt wird unter anderem danach, ob Aufräum- und Abbruchkosten, Schäden durch sogenannte außerordentliche Gefahren (Verpuffung, innere Unruhen, Überschallknall) und Rauch- und Rußschäden versichert sind (die genaue Rating-Dokumentation finden Sie hier).  

Um eine der Höchstnoten von vier beziehungsweise fünf Sternen zu erreichen, müssen die Tarife zudem bestimmte Mindestkriterien erfüllen. Dazu gehören:  

  • Frost- und Bruchschäden an Ableitungsrohren, die sich außerhalb des Gebäudes und auf dem Versicherungsgrundstück befinden und der Entsorgung versicherter Gebäude oder Anlagen dienen, sind mitversichert.  
  • Frost- und Bruchschäden an Wasser- und Heizungsrohren (Zuleitungsrohren), die sich außerhalb des Gebäudes und auf dem Versicherungsgrundstück befinden und der Versorgung versicherter Gebäude oder Anlagen dienen, sind mitversichert.  
  • Frost- und Bruchschäden an Wasser- und Heizungsrohren (Zuleitungsrohren), die sich außerhalb des Versicherungsgrundstück befinden und der Versorgung versicherter Gebäude oder Anlagen dienen, für die der Versicherungsnehmer die Verantwortung trägt, sind mitversichert.
  • Auf eine Kürzung der Versicherungsleistung wird bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalls verzichtet.  
  • Der Versicherer verzichtet auf unübliche Einschränkungen bzw. Klauseln, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören.  

„Die Tarife sind sehr unterschiedlich in ihrer Bedingungsqualität. Das zeigt das aktuelle Ratingergebnis“, kommentiert Andreas Ludwig, Bereichsleiter Rating & Analyse das Ergebnis. Gleich 56 Tarife erhielten die Bestnote von fünf Sternen. Im Vergleich zum Jahr 2018, als Morgen & Morgen erstmals Wohngebäudeversicherungen auf den Prüfstand stellte, ist dies eine leichte Steigerung: Damals hatten 44 Tarife die Prüfer vollends überzeugt – allerdings waren damals auch wesentlich weniger Tarife untersucht worden (183). Damit bleibt der Anteil der sehr guten Tarifen mit rund 25 Prozent aller Tarif und Tarifkombinationen konstant.

Nur 6 Tarife fallen durch

Mindestens einen Top-Tarif haben folgende Anbieter im Programm: Allianz, Alte Leipziger (3), AMEXPool (2), asspario (2), Basler (2), BdV, Charta (2), Condor (3), Continentale (2), Debeka, degenia (5), DEMA (3), Domcura (3), Ergo, Generali Deutschland, Gothaer (2) Grundeigentümer, GVO, HDI, Helvetia (4), Inter, Interlloyd, InterRisk, Janitos, K&M (2), Medien-Versicherung, Provinzial Rheinland, PVAG, Qualitypool, R+V, Signal Iduna (2), VHV, VÖDAG.

Weitere 88 Tarife wurden mit vier Sternen ausgezeichnet – das waren 17 mehr als beim Rating im Jahr 2018. Die Zahl der Tarife mit drei Sternen lag bei 33 (2018: 22), die mit zwei Sternen bei 38 (2018: 35). Lediglich sechs Tarife – und damit fünf weniger als vor vier Jahren – fanden bei den Prüfern so wenig Anklang, dass sie die niedrigste Note erhielten. Dabei handelt es sich um Tarife der

  • BGV (Basis)
  • InterRisk (L)
  • Itzehoer (Basis)
  • NV-Versicherungen (WohnhausSpar 2.0)
  • Ostangler (Standard)
  • SHB (Klassik)

Das gesamte Rating-Ergebnis finden Sie hier.

Bei diesen Tarifen handelt es sich ausschließlich um Basis-Tarife aus dem unteren Preissegment. Alle der genannten Anbieter haben auch Tarife mit besserer Auszeichnung und umfangreicheren Leistungen im Angebot.