Vielfahrer würden Führerschein ab 16 begrüßen

Florian Burghardt Versicherungen

Die Ampel-Koalition will den Führerschein ab 16 ermöglichen. Doch dieser erfährt hierzulande überwiegend Ablehnung, wie eine Umfrage der Huk-Coburg zeigt. Vor allem Geringverdiener sowie Benzin- und Dieselfahrer sind dagegen.

Bild: Ijubaphoto

Laut einer Umfrage der Huk-Coburg lehnen vor allem Geringverdiener und die Fahrer von Verbrennungsmotoren den Führerschein ab 16 ab. Andere Personengruppen befürworten dagegen den Plan der Ampelkoalition. Bild: Ijubaphoto

In der Frage, ob bereits 16-Jährige Autofahren sollten, überwiegen die Skeptiker unter den Deutschen. Die Mehrheit von 54 Prozent ist dagegen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Deutschlands größtem Kfz-Versicherer, der Huk-Coburg-Gruppe. Die Befragung wurde im Januar und Februar unter 4.173 Personen ab 16 Jahren durchgeführt. Mit 34 Prozent ist jeder Dritte dafür, die übrigen zwölf Prozent sind unentschieden.

Laut Koalitionsvertrag will die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP das begleitete Fahren ab 16 ermöglichen. Ab diesem Alter könnten Jugendliche dann die Fahrprüfung ablegen und den Führerschein erlangen. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürften sie einen Pkw allerdings nur in Begleitung einer mindestens 30-jährigen Person steuern.

Dass so viele Menschen ein negatives Gefühl beim Gedanken an 16-jährige Autofahrer haben, deckt sich nicht mit den Statistiken der Kfz-Versicherer. „Wir haben bei den ab 17 Jahren begleitet fahrenden Jugendlichen beobachtet, dass sie auch im Anschluss an diese Phase sicherer unterwegs sind und weniger Unfälle hatten. Das Sammeln von Fahrpraxis in Begleitung einer erfahrenen Person wirkt sich somit positiv aus. Auch wenn der Führerschein mit 16 noch skeptisch betrachtet wird: Wir begrüßen diese Initiative“, sagte Huk-Coburg-Vorstand Jörg Rheinländer.

Vielfahrer und Besserverdiener sind pro

Betrachtet man die unterschiedlichen Gruppen der Umfrageteilnehmer, gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Unter den Vielfahrern ab 20.000 Kilometern jährlich ist die Zustimmung für den Führerschein ab 16 viel höher als insgesamt (50 Prozent Befürworter, 44 Prozent dagegen). Die Besitzer von Elektro- und Hybridautos sind sogar noch aufgeschlossener (53 Prozent dafür, 42 Prozent dagegen).

Unter den Benziner- und Dieselfahrern überwiegt hingegen die Ablehnung (56 Prozent). Offenbar spielt auch das Einkommen bei der Sichtweise auf diese Frage eine wichtige Rolle. So liegt die Zustimmung bei einem persönlichen Einkommen von monatlich bis zu 2.000 Euro nur bei 31 Prozent, bei höheren Einkommen hingegen bei 44 Prozent. Frauen befürworten den Führerschein ab 16 zu 30 Prozent, Männer zu 38 Prozent.

Und was sagen die jüngsten Umfrageteilnehmer, die von der Regelung selbst betroffen sein könnten? Laut der Umfrage überwiegt unter den 16- bis 24-Jährigen die Zustimmung (45 Prozent). Immerhin 40 Prozent sind allerdings dagegen.