Studie: Diese Krankenkassen bieten die meisten Zusatzleistungen

Florian Burghardt Berater Versicherungen

Das Gros der Leistungen ist in der gesetzlichen Krankenversicherung für alle Menschen gleich. Doch bei den Zusatzleistungen gibt es große Unterschiede zwischen den Kassen. Ein Vergleich von 68 GKV-Anbietern hat ergeben, wer hier die Nase vorn hat.

Bild: oatawa

Die Menschen wissen genau, welche GKV-Zusatzleistungen ihnen besonders wichtig sind. Welche Krankenkassen ihnen diese am ehesten im Paket bieten, hat nun eine Studie ermittelt. Bild: oatawa

Rund 90 Prozent der Deutschen sind gesetzlich krankenversichert. Das sind etwa 73 Millionen Menschen. Entsprechend relevant sind großangelegte Studien, die sich mit der Qualität der Leistungen – die über die im Sozialgesetzbuch festgeschriebenen hinausgehen – und dem Service der Krankenassen auseinandersetzen. Da der Zusatzbeitrag von Kasse zu Kasse schwankt, sind auch regelmäßige Untersuchungen des Preis-Leistungs-Verhältnisses von großem Interesse.

Völlig unabhängig von der Beitragshöhe hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) nun für das Handelsblatt ausgewertet, welche gesetzlichen Krankenversicherer das beste Paket an Zusatzleistungen bereithalten. Als Datengrundlage dafür dienten 45.744 Leistungsabfragen, die Verbraucher in der Zeit vom 01.07.2021 bis 30.06.2022 auf dem Portal „gesetzlichekrankenkassen.de“ eingegeben haben. Dort können die Nutzer bis zu 165 verschiedene Leistungen auswählen und abfragen, welche Krankenkassen diese anbieten.

68 Krankenkassen im Vergleich

Für den Vergleich herangezogen hat das DFSI die 50 von den Portalnutzern meistnachgefragten GKV-Zusatzleistungen. Dabei will Thomas Adolph, „gesetzlichekrankenkassen.de“-Geschäftsführer, beobachtet haben, dass viele Versicherte falsche Prioritäten setzen. „Die verhältnismäßig kostengünstige professionelle Zahnreinigung zum Beispiel steht seit Jahren an der Spitze der Abfragen“, wird Adolph vom Handelsblatt zitiert. Die Kassen würden jedoch viel wertvollere Zusatzleistungen anbieten, wie etwa Haushaltshilfen nach einem Unfall oder eine erweiterte häusliche Krankenpflege. Die der Erhebung zugrundeliegenden Top-Leistungen entsprechen also einer subjektiven Einschätzung der Verbraucher. Nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um die Leistungen, die der breiten Masse am wichtigsten sind. Eine detaillierte Auswertung und Methodik zur Studie bietet das Handelsblatt hier als PDF zum kostenfreien Download an.

Insgesamt wurden 68 Krankenkassen miteinander verglichen, unterteilt in bundesweit und regional geöffnete Kassen. Je nach Erfüllungsgrad der 50 Zusatzleistungen wurden Punkte vergeben, die am Ende in eine Gesamtnote umgerechnet wurden. Bei den bundesweit geöffneten Krankenkassen erzielten sieben die Bestnote „exzellent“ (Beitragssatz in Klammern = der allgemeine GKV-Beitragssatz von 14,6 Prozent + der individuelle Zusatzbeitrag der Kasse):

  • hkk Krankenkasse (15,29 Prozent)
  • HEK – Hanseatische Krankenkasse (15,90 Prozent)
  • TK – Techniker Krankenkasse (15,80 Prozent)
  • IKK classic (15,90 Prozent)
  • VIACTIV Krankenkasse (16,20 Prozent)
  • Energie-BKK (15,98 Prozent)
  • R+V Betriebskrankenkasse (15,80 Prozent)

Bei den regional geöffneten Krankenkassen konnten ebenfalls sieben komplett überzeugen und die Höchstnote erlangen:

  • IKK Südwest (16,10 Prozent)
  • SECURVITA Krankenkasse (16,10 Prozent)
  • mhplus Betriebskrankenkasse (15,88 Prozent)
  • BKK SBH (15,58 Prozent)
  • IKK Brandenburg und Berlin (16,09 Prozent)
  • BKK Wirtschaft & Finanzen (15,99 Prozent)
  • AOK PLUS (15,80 Prozent)

Zum Jahreswechsel wird der Zusatzbeitrag aufgrund des hohen GKV-Defizits voraussichtlich um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte steigen. Dass die Krankenkassen deshalb ihre Zusatzleistungen großflächig zusammenstreichen, glaubt Portal-Chef Adolph nicht. Jedoch schätzt er, dass dann nicht mehr jede Zusatzleistung noch finanzierbar sein wird.