Schadenfall der Woche: Reptilienliebe hält den Verkehr auf

Martin Thaler Panorama

Zugverspätungen kennt jeder, die Gründe dafür sind zahlreich. Bei London ereignete sich nun aber ein Vorfall, der selbst die erfahrendsten Bahnfahrer aus der Fassung gebracht haben dürfte.

Schadenfall Bild: procontra

Eine liebestolle Schildkröte führte in Großbritannien zu Verspätungen im Zugverkehr zu Verspätungen. Bild: procontra

Gründe für die Verspätung eines Zuges gibt es viele: Schon jeder dürfte mindestens einmal Opfer eines Polizeieinsatzes am Gleis oder eines verspäteten vorausfahrenden Zuges gewesen sein.  

Dass eine liebestolle Schildkröte den Zugverkehr behindert, dürfte indes vergleichsweise selten sein. So geschehen aber nahe London. Dort war Anfang August eine stattliche Schildkröte (76 Zentimeter lang) aus ihrem Zuhause, einem örtlichen Zoogeschäft, ausgebüxt.  

Auf ihrer Flucht krabbelte Clyde, so der Name des Panzerträgers, dann auch über die Bahnstrecke von Norwich nach Cambridge – und wurde kurze Zeit später von einem vorbeikommenden Zug überfahren, wie unter anderem die BBC berichtet.  

Clyde ist zum Glück hart im Nehmen. Trotz lädiertem Panzer kroch das Reptil weiter in Richtung Norwich. Eine mögliche Begründung für die Zielstrebigkeit der Schildkröte lieferte ihr Besitzer Dillon Prest. „Er war wuschig und auf der Suche nach Liebe“, erklärte Dillon dem „Mirror“. „Ich denke, er suchte einfach nach weiblicher Gesellschaft und glaubte, dass Norwich dafür der beste Platz war.“  

Ob Clyde irgendwann seine große Liebe finden wird – in Norwich oder anderswo –, können wir nicht wissen. Ein Happy End gibt es bislang lediglich für die Zugpassagiere nordwestlich von London – da rollen die Züge mittlerweile wieder ohne Behinderungen auf den Gleisen.