Mailo übernimmt Bestand von Element

Martin Thaler Versicherungen

Nur sieben deutsche Insurtechs haben von der BaFin eine Versichererlizenz erhalten. Mit der Kölner Mailo AG gibt nun ein Versicherer seine Lizenz zurück und übergibt seinen Vertragsbestand. Die Hintergründe

Mailo-Gründer Matthias Uebing. Bild: Mailo

Gibt seine Versichererlizenz zurück: Mailo-Gründer Matthias Uebing. Bild: Mailo

Die Zahl der Insurtechs am deutschen Markt ist groß, doch nur eine überschaubare Anzahl von ihnen verfügt über eine Lizenz als Risikoträger. Nun hat der Kölner Gewerbeversicherer Mailo seine Versichererlizenz zurückgegeben – ab dem 15. August soll künftig der Berliner Versicherer Element als Risikoträger für die Kölner agieren. Zudem wird Element auch den Vertragsbestand von Mailo übernehmen – hierbei soll es sich um gut 16.000 Verträge handeln.  Mailo ist auf den Gewerbemarkt spezialisiert und vertreibt Betriebs- und Berufshaftpflicht-, Inhalts- sowie Cyberversicherungen.

Laut „Handelsblatt“, das zuerst über den Deal berichtet hatte, wird Mailo als Assekuradeur tätig sein. Unternehmensgründer Matthias Uebing erhofft sich, nun mehr Zeit für die Weiterentwicklung und den Vertrieb der bestehenden Versicherungslösungen zu finden. „Mit ELEMENT als strategischem Risikoträger profitieren unsere Maklerpartner künftig davon, mailo-Produkte und individuelle Maklerkonzepte mit breiteren Risiken und in weiteren Sparten anbieten zu können“, wird Uebing in einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens zitiert.  

Element wird zukünftig als vorrangiger Risikoträger für Mail agieren, jedoch nicht als exklusiver Versicherer. Beide Unternehmen bleiben zudem eigenständig.  

Die Bestandsübernahme dürfte für Element ein wichtiger Schritt für die Erfüllung der eigenen Umsatzziele sein. So streben die Berliner eine Umsatzsteigerung von 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Das nötige Wachstumskapital konnte Element jüngst einsammeln: Erst Mitte Juli gab der Neo-Versicherer bekannt, weitere 21,2 Millionen Euro von Investoren eingesammelt zu haben.  

Mailo hatte insbesondere infolge der Corona-Pandemie ein herausforderndes Jahr 2020 erlebt. Im vergangenen Jahr konnten die Kölner die Beitragseinnahmen von 456.000 auf insgesamt 2,45 Millionen Euro markant steigern. Gewinn machte Mailo jedoch nicht – im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen ein Minus in Höhe von 4,1 Millionen Euro, im Jahr davor betrug das Minus 3,8 Millionen Euro.  

Angesichts der schwieriger werdenden Situation am Markt, Investorengelder einzusammeln, ist der Schritt von Mailo nachvollziehbar.