Investment-Trend: Das sind die besten Mischfonds

Investmentfonds Top News von Heike Gorres

Mischfonds haben in den ersten Monaten des Jahres ungewöhnlich starken Zulauf verzeichnet. procontra hat breit investierte Portfolios mit langjähriger Historie genauer unter die Lupe genommen und zeigt, welche aktiv gemanagten Mischfonds bei den Anlegern am besten abschneiden.

Mischfonds Bild: shapecharge

Aktiv gemanagte Mischfonds liegen bei Anlegern seit Jahresbeginn besonders im Trend: Rund 13 Milliarden Euro wurden im ersten Quartal neu investiert. Bild: shapecharge

Dem Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) zufolge haben Anleger am deutschen Markt im ersten Quartal dieses Jahres 13 Milliarden Euro neu in Mischfonds investiert. Damit hat diese Fondsgruppe die mit Abstand größte Nachfrage verzeichnet. Aktienfonds haben als nächstes 3,5 Milliarden Euro an Neugeldern verbucht, offene Immobilienfonds 2,2 Milliarden Euro. Die Umsätze von börsengehandelten Indexfonds (ETF) sind bei den Zahlen des BVI in den betreffenden Fondssegmenten mit enthalten. Auf ETF insgesamt entfielen laut dem Verband 415 Millionen Euro des Neugeschäfts.

Angesichts des großen Zulaufs zu Mischportfolios nimmt procontra die aktiv gemanagten Produkte, die weltweit investieren, etwas näher unter die Lupe, da diese die breitesten Anlagemöglichkeiten haben. Die Fonds sind üblicherweise unterteilt in die Anlageansätze „flexibel“, „aggressiv“ beziehungsweise „dynamisch“, „ausgewogen“ und „konservativ“. Procontra hat daher bei den Fonds entsprechend dieser Unterteilung nach den Analyseanbietern Scope Analysis und Refinitiv Lipper einen Filter angelegt und die besten ihrer Kategorie herausgesucht (siehe Tabellen).

Die Produkte sollten schon länger am Markt bestehen und daher mindestens zehn Jahre alt sein, ein Volumen von mindestens 100 Millionen Euro umfassen und bei – im Vergleich zu Fonds derselben Kategorie gutem konsistenten Ertrag – die beste Wertentwicklung über zehn Jahre aufweisen. Sie sollten zudem ein Scope-Rating von mindestens „B“ für „gut“ haben, keine erfolgsabhängigen Gebühren berechnen, den Euro als Fondswährung führen und für Privatanleger ohne große Mindestanlage in einem hohen fünfstelligen Bereich oder mehr zugänglich sein.

Die Königsklasse birgt die größten Chancen

Unter den Mischfonds „global flexibel“ schneidet der Acatis Datini Valueflex Fonds B mit einem Wertzuwachs von 15,9 Prozent pro Jahr im Durchschnitt von zehn Jahren am besten ab. Dem Fonds steht eine Fülle von Anlagen zur Verfügung, wie Aktien, Anleihen, Zertifikate, Derivate, Fonds, ETF und Kryptowährungen. Der Investitionsgrad kann von null bis 100 Prozent reichen. Weltweit flexibel anlegende Mischfonds gelten wegen ihrer hohen Freiheitsgrade, wie sie auch dieser Fonds widerspiegelt, bei vielen als die Königsklasse unter den Investmentfonds. Im Zuge dieser Freiheiten bergen sie im Mischfondssegment die größten Renditechancen, aber auch die höchsten Risiken.

Auf Aktien entfielen zur Jahresmitte 69 Prozent des Acatis-Fonds, auf Anleihen 19 Prozent, auf Zertifikate acht Prozent. Der Rest setzte sich aus Anteilen an Fonds und ETF sowie „Kasse“ zusammen. Den größten Einzelposten bildete mit neun Prozent Anteil die inflationsgebundene Anleihe Goldman Sachs Inflation Linked Note 5Y Cum. Gerade diese sei jedoch negativ aufgefallen, heißt es im Juni-Marktkommentar zum Portfolio. Die Markterwartungen hätten wider Erwarten des Anbieters in Richtung fallende Inflation gedeutet.

Bei den Mischfonds „global aggressiv“ beziehungsweise „dynamisch“ liegt der Plusfonds - A - EUR von Allianz Global Investors (AGI) vorn. Mindestens 95 Prozent des Vermögens sind im Fonds Allianz Dynamic Multi Asset Strategy 75 investiert, dem ebenfalls ein breites Anlagespektrum zur Verfügung steht. Ende Juni umfasste das Portfolio hauptsächlich Aktien weltweit, europäische Anleihen, Fondsanteile und Geldmarktinstrumente. Hochzinsanleihen mit niedriger Kreditwürdigkeit dürfen einen Anteil von 20 Prozent ausmachen. Bis zu 30 Prozent des Fonds können auf Titel aus Schwellenländern entfallen. Die größte Einzelposition mit einem Anteil von rund neun Prozent waren Mitte des Jahres Anteile am Rohstofffonds Allianz Dynamic Commodities I EUR.

Die Ansätze zeigen große Renditeunterschiede

Ebenfalls von AGI kommt mit dem PremiumStars Wachstum - AT – EUR der in der Kategorie „global ausgewogen“ vorderste Mischfonds. Als Benchmark gibt der Anbieter 60 Prozent des Aktienindizes MSCI World Total Return Net und 40 Prozent des Rentenindizes J.P. Morgan Government Bond Europe Total Return an. Fast punktgenau war Ende Juni das Portfolio nach dieser Gewichtung aufgeteilt, mit 59 Prozent Aktien- und 34 Prozent Anleihenanteil. „Kasse“ lag bei 6,6 Prozent, dazu kam ein kleiner Teil an Futures, also Termingeschäften. Unter den größten Einzelwerten waren mehrere Allianz-Fonds vertreten, wobei Anteile am Allianz Green Bond-W EUR mit acht Prozent den größten Anteil ausmachten.

In der Kategorie „global konservativ“ rangiert der Amundi Ethik Fonds A bei der Zehnjahres-Betrachtung mit einem Plus von 3,6 Prozent pro Jahr im Schnitt auf dem obersten Platz. Der Rentenanteil lag zur Jahresmitte bei 65 Prozent, Aktien bei 30 Prozent und Geldmarkt- und Absicherungsprodukte bei fünf Prozent. US-Anlagen waren mit 17 Prozent mit Abstand am stärksten vertreten; Microsoft-Aktien bildeten mit gut ein Prozent auch die größte Einzelposition. Titel aus Hongkong und China waren zu kleinen Teilen ebenfalls dabei.

Da bei der konservativen Variante nicht sehr viele Fonds nach dem Filterprozess verblieben sind, hat procontra noch die Produkte mit einer Historie von mindestens fünf Jahren durchgeschaut. Spitzenreiter ist dort der Lazard Patrimoine SRI RC EUR. Als Benchmark gilt das Aktienbarometer MSCI World All Countries NR mit einer Gewichtung von 20 Prozent und den Anleihenindex ICE BoAML Euro Broad Market NR zu 80 Prozent. Aktien dürfen bis zu 40 Prozent des Fondsvermögens ausmachen. Ende Juni war der größte Teil der Aktien in europäische Unternehmen investiert, gefolgt von US-Titeln.

Eine höhere Sicherheit geht tendenziell mit schmaleren Renditemöglichkeiten einher. Maßgeblich für die Fondsauswahl bleibt wie bei allen Kapitalanlagen die Risikoneigung und das Anlageziel der Anleger.