„Ideen der Versicherer sind innovativ und hilfreich"

Gastkommentar Versicherungen

Die Nachfrage nach privatem Pflegezusatz ist mau. Sind betriebliche Absicherungsmodelle geeignet, um das Versorgungsproblem zu lösen? Leonie Pfennig, Maklerin beim Netzwerk freier Finanzberater, bezieht dazu für procontra Stellung.

Leonie Pfennig. Bild: Privat

Auch wenn die Absicherungshöhen bei der betrieblichen Pflegeversicherung nicht hoch sind, hält Maklerin Leonie Pfennig das Modell für eine gute Ergänzung zum privaten Schutz. Bild: Privat

Der Start des Pflegeversicherungsgesetzes SGB XI hörte sich gut an: Jetzt werden alle anfallenden Pflegekosten von der Pflegekasse bezahlt. Es hat einige Jahre gedauert, bis allgemein bekannt wurde, dass die gesetzlichen Leistungen nur bis ca. zur Mitte eines Monats ausreichen, egal ob der Pflegedienst pflegt oder man im Pflegeheim untergebracht ist. Der finanzielle Eigenanteil ist demnach doch immens hoch, je nachdem, wie lange die Pflegebedürftigkeit anhält.

Ideen der Versicherer sind innovativ und hilfreich

Was gern in der Betrachtung vergessen wird: die möglichen Zusatzkosten, die auf einen im Pflegefall zukommen. Ich denke an das häusliche Umfeld, wo weiterhin Kosten für Miete, Strom, Wasser und Telefon anfallen. Auch sollte man das Essen nicht vergessen, das kostet zu Hause Geld und auch im Pflegeheim. Und was wäre, wenn die technischen Geräte, wie Kühlschrank oder Waschmaschine, kaputt gehen? An den Kosten für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, wie z.B. Windeln, Bettunterlagen, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe, beteiligt sich die Pflegekasse mit maximal 40 Euro im Monat. Auch das reicht bei weitem nicht aus.

Daher finde ich die Ideen der Produktschmieden der Versicherer innovativ und sehr hilfreich, den Menschen praktisch durch den Arbeitgeber zu einer Pflegezusatzversicherung zu verhelfen. Auch wenn die Absicherungshöhen verständlicherweise nicht so hoch sind, wie die finanzielle Lücke sich darstellt, so sind es doch nicht unerhebliche zusätzliche monetäre Leistungen, die im Pflegefall den eigenen Geldbeutel schonen beziehungsweise auch das Vermögen, welches man sich über die Jahre aufgebaut hat und eventuell auch gern vererben möchte. Grundsätzlich rate ich immer zu einer privaten Pflegezusatzabsicherung, sofern es gesundheitlich und finanziell möglich ist.