GKV-Beitragserhöhung: Aufschwung für PKV?

Hannah Petersohn Berater

Die angekündigte Beitragserhöhung der gesetzlichen Krankenversicherer könnte zur Chance für die PKV werden, wieder mehr junge Menschen für das Modell zu gewinnen. Das zumindest glauben Branchenexperten.

GKV-Beitragserhöhung: Aufschwung für PKV? Bild: kckate16

Die PKV könnte von der durch Karl Lauterbach angekündigten Beitragserhöhung der gesetzlichen Krankenversicherer profitieren. Bild: kckate16

Im kommenden Jahr werden die gesetzlichen Krankenversicherer den Zusatzbeitrag deutlich anheben. Nach dem Entwurf von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sollen künftig 16,2 Prozent des Bruttolohns der Arbeitnehmer für die gesetzliche Krankenversicherung abgeführt werden, der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt um 0,3 Prozentpunkte.

Könnte die Beitragserhöhung der PKV zu neuem Aufschwung verhelfen? Das zumindest glauben die Analysten von Assekurata. „Möglicherweise stellt dies für die PKV auch eine Chance dar, aufgrund der drohenden Beitragssteigerungen in der GKV wieder mehr junge Menschen für ihr Modell zu gewinnen“, so die Experten. Sie wollten herausfinden, welche Faktoren für Verbraucher bei der Auswahl einer Krankenversicherung und Krankenkasse relevant sind. Die Umfrageteilnehmer sollten entscheiden, welche Priorität sie der Beitragshöhe, Angebotsvielfalt und dem Kundenservice bei der Auswahl des Krankenversicherers einräumen.

Unterschiede zwischen PKV- und GKV-Kundschaft

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in den Präferenzen zwischen GKV- und PKV-Kundschaft. Während für 58,2 Prozent der gesetzlich Versicherten der Kundenservice im Fokus steht, ist es für 74,9 Prozent der privat Versicherten die Beitragshöhe. Der Unterschied liege auch darin begründet, dass PKV-Kunden den jeweiligen Absicherungsumfang individuell gestalten könnten – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Beiträge.

Dennoch ist auch Kunden der GKV das Thema Beitragshöhe wichtig: Mit 55,9 Prozent Zustimmung belegt dieser Aspekt den zweiten Platz. Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag könnte künftig zu einem noch wichtigeren Auswahlfaktor werden. Vor dem Hintergrund der Inflation und steigender Energiekosten könnte dieser Faktor noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Assekurata-Experten betonen, dass die Stabilität des Beitrags auch davon abhänge, wie hoch die Ausgaben für Behandlungen sein werden. An dieser Stelle kommen die Gesundheitsservices ins Spiel: Demnach könnten Serviceleistungen dabei helfen, die Gesundheit der Versicherten zu fördern und somit Krankheiten zu vermeiden beziehungsweise im Falle einer Erkrankung Folgeerkrankungen zu verhindern. „Richtig umgesetzt können die Services somit sowohl Verbraucher als auch Versicherer finanziell entlasten“, so das Analysehaus.