ETF für eine einzelne Aktie geplant

Martin Thaler Investmentfonds

ETF boomen, ständig bringen die Anbieter neue Innovationen auf ein zunehmend gesättigten Markt. Nun plant ein US-Unternehmen einen ETF, der nur die Wertentwicklung einer Aktie abbildet. Was soll das?

Wall Street Bild: lucky-photographer

Gibt es künftig ETF in Amerika, die lediglich die Wertentwicklung einer einzelnen Aktie abbilden? Bild: lucky-photographer

Breit gestreut in Aktienmärkte investieren und so das Verlustrisiko geringhalten – ein ETF verspricht genau das zu geringen Kosten. Die Indexfonds erlebten zuletzt einen regelrechten Boom. Im Februar berichtete beispielsweise die Direktbank ING Deutschland, dass das von Sparern in ETF investierte Vermögen im vergangenen Jahr um 50 Milliarden Euro stieg.

Im umkämpften Markt brachten die Anbieter zuletzt immer neue Produkte auf den Markt. Nun plant das amerikanische Investmenthaus Roundhill eine Innovation, die mit der Grundidee der ETF – der breiten Risiko-Streuung durch eine Vielzahl gekaufter Aktien – bricht.  

Single-Stock-ETF häufen sich

Geplant sind zwei ETF, die nur die Wertentwicklung einer einzelnen Aktien widerspiegeln sollen – und zwar die des koreanischen Industrieriesen Samsung beziehungsweise der saudischen Öl-Gesellschaft Aramco. Beide Unternehmen sind nicht in den USA notiert, für Anleger wird es somit schwierig bis unmöglich, die Wertpapiere der beiden Firmen zu erwerben, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.  

In der Vergangenheit hatten bereits andere Anbieter sogenannte „Single-Stock ETF“ auf den Markt gebracht – mit diesen ließ sich in erster Linie aber auf fallende Kurse bestimmter Unternehmen wetten. Dass ein ETF nun aber die Wertentwicklung einer Aktie nachbildet, wäre ein Novum.  

Noch fehlt allerdings die Zustimmung der US-Börsenaufsicht SEC. Schließlich könnten Unternehmen auf diese Art und Weise die Berichtsstandards der USA umgehen. Somit könnte sich auch für viele chinesische Unternehmen wieder eine Hintertür öffnen, die aufgrund nicht eingehaltener Bilanzstandards delistet worden waren, berichtet die „FAZ“.