Dieser Makler trifft den richtigen Ton

Anne Mareile Walter Berater Top News

Manfred Kronstaller bezeichnet sich selbst als Spezialmakler für alles rund um die Schallerzeugung. Wie er zu seiner Spezialisierung gekommen ist und welche Musikinstrumente besonders schadensträchtig sind, verrät er im procontra-Interview.

Versicherungsmakler Manfred Kronstaller. Bild: Privat

Trifft gegenüber Musikern den richtigen Ton: Versicherungsmakler Manfred Kronstaller. Bild: Privat

procontra: Sie vermitteln seit mehr als zehn Jahren Versicherungen für Musikinstrumente. Wie kam es zu dieser Spezialisierung?

Manfred Kronstaller: Das Modell ist aus purem Eigenbedarf heraus entstanden. Damals, Anfang der Neunzigerjahre, habe ich einen sehr wertvollen Bogen besessen, der 21.000 D-Mark gekostet hat. Er ist heute inzwischen mit knapp 40.000 Euro bewertet. Weil das Instrument derart wertvoll war, fragte ich in dem Jugendorchester, in dem ich zu der Zeit mitspielte, nach einer Gruppenversicherung. Und da es eine solche nicht gab, habe ich diese Police kurzerhand ehrenamtlich organisiert. Daraufhin bekam ich immer mehr Anfragen von Musikerfreunden. Irgendwann musste ich das Ganze anmelden. 2011 machte ich mich schließlich selbstständig und aus dem ehrenamtlichen, zweiten Standbein wurde ein erstes. Seitdem bin ich Spezialmakler für alles rund um die Schallerzeugung. Dabei versichern wir nicht nur Musikinstrumente, sondern auch Bühnenmaterial, Tonstudios und so weiter.  

procontra: Wie viel musikalisches Know-how ist denn für eine Beratung nötig und wie tickt die Zielgruppe Musiker?

Kronstaller: Für uns gibt es in dem Sinn keine Zielgruppe. Es kommen alle Kunden infrage, die das Bedürfnis haben, eine Sachversicherung in dem Bereich abzuschließen. Dazu zählen Händler, Profis, Leihnehmer, Bands, Laien, Hobbymusiker, Geigenbauer – alle, die bewusst Schall erzeugen oder mit solchem Equipment hantieren. Dabei spielt musikalisches Verständnis in der Beratung schon eine große Rolle. Alle unsere Makler sind selbst Musiker, das schafft Vertrauen und eine gemeinsame Basis. Man findet im Gespräch mit dem Kunden Parallelelen und dann bekommt die Beratung plötzlich eine menschliche Komponente.

procontra: Welche Instrumente sind besonders teuer zu versichern?

Kronstaller: Bei uns gibt es je nach Risiko verschiedene Kategorien. Das geringste Risiko weisen beispielsweise mechanische Tasteninstrumente auf. Ein Klavier kann schlecht gestohlen werden. Beim Transport des Klavieres sieht die Sache schon wieder ganz anders aus, in dem Fall ändert sich die Risikoeinschätzung und wir berechnen Zuschläge. Mit einem geringen Risiko behaftet und dementsprechend günstig im Versicherungsschutz ist zudem Zubehör, also Kästen, Stative oder Etuis. Mit am teuersten zu versichern ist der Kontrabass. Blechblasinstrumente bekommen schnell mal Beulen. Und die anschließende Reparatur ist aufwendig und teuer, Beule und Lack müssen entfernt, neuer Lack muss aufgetragen werden. Da entsteht schnell ein Schaden von 500 bis 600 Euro. Auch für elektrische Instrumente, wie E-Gitarren, ist der Versicherungsschutz kostspielig. Da entstehen im Backstage-Bereich häufig Schäden und die Instrumente gehen kaputt oder kommen abhanden. 

procontra: Was sind denn besonders häufige Schäden? 

Kronstaller: Das sind die Schäden, die die Musiker selbst verursachen. Das macht ungefähr 85 bis 90 Prozent des Schadenaufkommens aus. Die Instrumente fallen auf den Boden oder der Musiker setzt sich drauf. Diebstahl gibt es kaum. Auch Raub ist bei uns nur ein einziges Mal vorgekommen. Schäden durch Feuer hatten wir noch nie, durch Wasser vielleicht zweimal. Aus diesem Grund macht in den meisten Fällen auch die Hausratversicherung keinen Sinn. Wenn dem Musiker selbst etwas passiert, greift sie eben nicht.

procontra: Gibt es ein Schadenereignis, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Kronstaller: Ich erinnere mich an eine lustige Begebenheit. Da gab es einen Kunden, der bei einem Kleinkunstauftritt plötzlich anfing, mit seinem Bogen zu fechten. Durch diese Showeinlage ging der Bogen zu Bruch. Ein klassischer Fall von grober Fahrlässigkeit – natürlich hat der Versicherer den Bogen nicht ersetzt. Aber der Kunde hat es versucht. Wenn ich daran denke, muss ich immer noch schmunzeln.

procontra: Sicher ist auch bei Rock- oder Popbands ein hohes Schadenaufkommen festzustellen. Ist das nicht eine Kundenklientel, um die Vermittler einen Bogen machen? 

Kronstaller: Ich kenne Makler, die sagen: ‚Die wollen wir nicht und deshalb machen wir die Policen so teuer, dass auch keiner kommt.‘ Wir sagen: ‚Wir wollen die schon, aber wir brauchen einen Tarif, der für alle fair ist.‘ Aus diesem Grund stufen wir das Schadenrisiko bei E-Instrumenten und entsprechendem Equipment auch so hoch ein. Dabei ist der Versicherungsschutz trotzdem bezahlbar.