Berliner Fake-Versicherer gibt Franziska Giffeys Amtssitz als Adresse an

Florian Burghardt Panorama

Die BaFin hat mitunter skurrile Vorgänge zu bearbeiten. Aktuell muss sie den Betrieb eines Fake-Versicherers unterbinden. Bei der Auswahl ihrer fiktiven Unternehmensadresse agierten die Verantwortlichen besonders dreist.

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Die BaFin ist aktuell einem besonders dreisten Fake-Versicherer auf der Spur. Als fiktive Adresse gaben die Verantwortlichen den Amtssitz der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, an. Bild: Pool

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geht aktuell gegen die sogenannte Financial Express Bank (FEB) vor. Mit Bescheid vom 18. August 2022 hat die Aufsicht dem Unternehmen den Betrieb des Einlagengeschäfts sowie des Versicherungsgeschäfts in mehreren Sparten untersagt. Wie die BaFin mitteilt, verfügt die FEB weder für den Banken- noch den Versicherungsbetrieb über die erforderlichen Erlaubnisse gemäß Kreditwesengesetz und Versicherungsaufsichtsgesetz.

Die FEB unterhält die Internetseite financialexpressbank.com. Auf dieser bietet sie – angeblich – neben Girokonten auch Versicherungsprodukte, unter anderem aus den Sparten Rechtsschutz, Hausrat und Arbeitskraftabsicherung an.

Fake-Niederlassung in Giffeys Amtssitz

Dass die FEB die genannten Finanzdienstleistungen wirklich anbietet, darf bezweifelt werden. Die Macher der Internetseite hatten dort, laut Meldung der BaFin, eine Berliner Adresse für ihre Deutschland-Niederlassung angegeben. Mittlerweile ist dort nur noch eine französische Adresse hinterlegt, die in ein Dörfchen namens Isle führt. In einer früheren Version der Internetseite hatte die FEB jedoch angegeben, in der Rathausstraße 15 in 10178 Berlin angesiedelt zu sein.

Und das ist besonders dreist, denn dort befindet sich das Rote Rathaus, der Amtssitz von Berlins Regierender Bürgermeisterin, Franziska Giffey (SPD). In dem bekannten Gebäude, das zu den Wahrzeichen der Bundeshauptstadt zählt, werden wichtige politische Entscheidungen getroffen, aber keine Hausratanträge policiert.

Die Geschichte erinnert an frühere skurrile Vorgänge, um die sich die BaFin kümmern musste. Schon mehrfach hatten Personen, die der Reichsbürgerszene zugeordnet werden, unerlaubt eine Art Krankenversicherung betrieben. Zuletzt hatten vor knapp zwei Jahren die „Ärzte mit Grenzen“ für ein absurdes Finanzierungsmodell von Gesundheitsleistungen geworben.