BaFin findet zahlreiche Formfehler bei Basisinformationsblättern

Martin Thaler Versicherungen

Basisinformationsblätter sollen unter anderem Kunden von Lebensversicherern über die wichtigsten Merkmale des gekauften Produkts informieren. Doch bei vielen Versicherern häufen sich die Flüchtigkeitsfehler, bemängelt nun die BaFin.

BaFin Bild: Andreas Rentz/ Staf

Die Finanzaufsicht BaFin hat bei einer Stichprobe zahlreiche Flüchtigkeitsfehler bei Basisinformationsblättern festgestellt. Bild: Andreas Rentz/ Staff

Seit 2018 bekommen Kunden, die eine Fondspolice oder ein anderes sogenanntes Versicherungsanlageprodukt für ihre Altersvorsorge erwerben, einen Beipackzettel zu ihrem Abschluss dazu. Auf diesen Basisinformationsblättern sind auf maximal drei Seiten alle Informationen enthalten, die den Kunden interessieren könnten: Anlageziel, Produktkosten oder die Höhe des Risikos werden hier aufgeführt. Welche Informationen hier enthalten sein müssen, hat der Gesetzgeber klar festgelegt in der sogenannten PRIIPS-Verordnung. PRIIPS steht für „Packaged Retail and Insurance-based Investment Products“ – umfasst sind damit grob vereinfacht alle Finanzprodukte, bei denen das Geld der Kunden indirekt am Kapitalmarkt investiert wird, unter anderem auch Lebens- und Rentenversicherungen.  

Doch befolgen die deutschen Lebensversicherer auch die gesetzlichen Vorgaben im Hinblick auf die PRIIPS-Verordnung? Dieser Frage ging nun die deutsche Finanzaufsicht BaFin im Rahmen eines sogenannten Surfdays nach.

Zahlreiche Formfehler

Insgesamt wurden an diesem die Webseiten von 20 Lebensversicherern unter die Lupe genommen, insgesamt 36 Dokumente für fondsgebundene Lebensversicherungen wurden überprüft. Die gute Nachricht zuerst: Schwerwiegende Verfehlungen, die eine Aussetzung des Vertriebs des jeweiligen Produkts verlangt hätten, stellte die Aufsicht nicht fest. Als schwerwiegende Fehler gelten beispielsweise fehlerhafte Berechnungen zu den Performance-Szenarien oder den Kosten.  

Stattdessen zählte die BaFin allerdings eine Vielzahl an Formfehlern – 91 waren es an der Zahl. Bei einem Versicherer – Namen nennt die BaFin nicht – waren es in einem Basisinformationsblatt gleich zehn formale Fehler. Lediglich zwei Basisinformationsblätter eines Anbieters blieben in der Stichprobe ohne jede Beanstandung.  

Die meisten Fehler (30) verzeichnete die BaFin im Abschnitt „Um welche Art von Produkten handelt es sich“. Erklärt werden muss in diesem Abschnitt unter anderem, wie der Versicherer die angenommene Rendite errechnet hat. Dies hatten allerdings die meisten Versicherer unterlassen. Mittlerweile wurden laut BaFin jedoch sämtliche angemahnten Mängel von den Versicherern behoben.