Assekuradeur Descartes expandiert nach Deutschland

Anne Mareile Walter Versicherungen

Seinen Markteintritt in die DACH-Region startet das französische Start-up mit dem bisherigen Gothaer-Manager Mario Tucholke. Damit sollen nun auch im deutschsprachigen Raum Versicherungslösungen für Naturkatastrophen und Klimarisiken angeboten werden.

Tucholke Bild: Descartes

Der Ex-Gothaer-Manager Mario Tucholke soll die Deutschland-Expansion des französischen Assekuradeurs Descartes als Commercial Director begleiten. Bild: Descartes

Anfang des Jahres hatte der französische Assekuradeur Descartes Underwriting bereits angekündigt, eine Expansion nach Deutschland zu planen. Nun setzt das Pariser Start-up, das Versicherungslösungen zur Absicherung von Naturkatastrophen- und Klimarisiken vertreibt, dieses Vorhaben in die Tat um: Im September eröffnet es in Frankfurt a.M. eine Dependance. Die Leitung übernimmt Mario Tucholke, der zuletzt als Manager für die Gothaer Allgemeine gearbeitet hat. Zuvor war er fünf Jahre lang Geschäftsführer des internationalen Versicherungsmaklers Südvers.

Die Schäden durch den Klimawandel mildern

Wie der Assekuradeur in einer Pressemitteilung schreibt, soll mit der Eröffnung des Büros im Rhein-Main-Gebiet die Zusammenarbeit mit Maklern und Corporate-Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz intensiviert werden. Dabei soll Mario Tucholke als neuer Commercial Director der DACH-Region in die Weiterentwicklung der Produktpalkette involviert sein. Dieser fasst seine bevorstehenden Aufgaben so zusammen: „Neben dem anhaltenden Bedarf an Versicherungskapazitäten verlangt auch der Einfluss des Klimawandels auf Gesellschaft und Wirtschaft von der Versicherungsindustrie die entsprechenden Weichenstellungen.“ Deshalb müssten Versicherungslösungen entwickelt werden, die „die globale Temperaturentwicklung eindämmen“ sowie Schäden und finanziellen Ausfälle durch den Klimawandel abmildern.

Das Start-up bietet zu diesem Zweck datengestützte, parametrische Versicherungslösungen an und arbeitet eng mit Maklern und industriellen Kunden zusammen, damit sich Unternehmen und öffentlicher Sektor gegen das „komplette Spektrum von Naturkatastrophen“ absichern können. Mit Hilfe selbst entwickelter Algorithmen werden Satellitenbilder und stationäre Sensoren sowie Schall- und Radardaten analysiert, um Trends und Auswirkungen des Klimawandels zu erfassen und anschließend Risiken zu modellieren. Wie Descartes weiter mitteilt, könne für jede Police eine Deckungssumme von bis zu 200 Millionen Dollar bereitgestellt werden. Möglich sei das durch die Zusammenarbeit mit finanziell starken Erst- und Rückversicherern. Zu den Risikoträgern gehört unter anderem die italienische Generali, mit der Descartes seit Mai 2020 kooperiert.

Bislang gibt es neben dem Hauptsitz in Paris Dependancen von Descartes in New York, London, Madrid, Singapore, Sydney, Denver und Atlanta.