Altersvorsorge-Startup Vantik stellt Betrieb ein

Martin Thaler Versicherungen

Für die Berliner ist ab Oktober Schluss. Für die Kunden des Unternehmens gibt es nun zwei Angebote.

Evergreen-Gründer Yven Kurz. Bild: Evergreen

Macht den Kunden von Vantik ein Angebot: Evergreen-Gründer Iven Kurz. Bild: Evergreen

Der Berliner Altersvorsorge-Anbieter Vantik schließt seine Tore. Im Oktober soll das Geschäft eingestellt werden, vermeldet das Portal „FinanceFWD“. Im Juni hatte Vantik bekannt gegeben, dass man im Mai einen Insolvenzantrag gestellt habe. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hatte anschließend die vorläufige Insolvenzverwaltung angekündigt.  

Grund für die finanzielle Schieflage war laut Angaben von Vantik, dass eine geplante Finanzierungsrunde „völlig überraschend“ geplatzt sei. Zwar gab Insolvenzverwalter Christian Otte an, eine Investorenlösung für die Fortführung des Unternehmens anzustreben. Doch diese Bemühungen scheinen gescheitert zu sein.

Altersvorsorge via Cashback

Wie „FinanceFWD“ berichtet, war die Situation beim Altersvorsorge-Startup weit weniger rosig als von diesem geschildert worden war. Von 20.000 Kunden hatten die Berliner stets gesprochen, doch nur die Hälfte von diesen habe auch ein Depotkonto bei der Partnerbank DAB BNP Paribas gehabt.  

Der besondere Kniff von Vantik war es, Kunden, die mit der Vantik-Debitcard bezahlten, einen kleinen Teil des Betrags zurückzuüberweisen. Nicht auf das Konto des Nutzers, sondern in einen Fonds, der der Altersvorsorge der Kunden dienen sollte. Altersvorsorge via Cashback.  

Doch viele Kunden scheinen Vantik nur ausprobiert zu haben, berichtet „FinanceFWD“. Bei vielen Kunden seien die Cashback-Beträge auf den Konten sehr gering. Nichtsdestotrotz werben nun zwei Unternehmen um die Kunden der Berliner. Während Kunden, die auf die Cashback-Funktion setzen, von der Neobank Vivid umworben werben, können Kunden mit Depot ihre angesparten Vermögenswerte zum Leipziger Startup Evergreen übertragen. Der Wechsel wird dadurch erleichtert, dass Evergreen den gleichen Depotanbieter wie Vantik nutzt.  

Das Wechselangebot gilt laut einem Evergreen-Sprecher für sämtliche Vantik-Kunden unabhängig von deren bisheriger Depothöhe. „Wahr ist, dass viele Depots von Vantik sehr niedrig sind, da es ja für einige Kunden nicht möglich war Geld direkt einzuzahlen und somit auf den Depots nur die Cashback-Summe liegt. Für uns ist das erstmal nicht so relevant, denn bei uns können die Kunden auch ab 1 Euro ein Depot eröffnen. Auch die Kunden, die noch kein Geld eingezahlt haben können zu uns wechseln und dann gerne mit Evergreen in die Geldanlage starten“, erklärte ein Sprecher auf procontra-Nachfrage.