Vermögensaufbau: Passende Tipps für junge Leute

Detlef Pohl Investmentfonds

Wie junge Leute auf einfache Art ein Portfolio zusammenstellen können und es dann ohne großen Aufwand über einen langen Zeitraum in Form zu halten, zeigt ein neues Buch. Doch auch dieses Portfolio ist nicht vor Verlusten geschützt.

Vermögensaufbau: Passende Tipps für junge Leute Bild: Deagreez

Der neue Finanztest-Ratgeber „Vermögen aufbauen ab 30“ will jungen Leuten individuelle Anlagestrategien und Finanztipps liefern. Bild: Deagreez

Mit einer cleveren Anlagestrategie und etwas Geduld lässt sich schon mit geringen monatlichen Sparraten ein Vermögen aufbauen. „Das 100.000 Euro Buch“ der Stiftung Warentest lieferte dazu bereits im Vorjahr Anleitungen zum Handeln.

Doch Vorsicht: Im gesamten Buch suchte man Begriffe wie Beratung und Provision vergeblich in Bezug zur Finanzberatung (lediglich die Börsenprovision wird erwähnt). Selbst der Begriff Honorar oder Nettotarif kam nicht vor, obwohl die Warentester sonst gern der Honorarberatung das Wort reden. Offensichtlich richtete sich das Werk an informierte Selbstentscheider, die das Anlagerisiko gut kennen und bereit sind, es unter Aufgabe von Sicherheiten für den Vermögensaufbau bewusst zu nutzen.

Als Basis-Info für 34f-Berater und deren Kunden sinnvoll

Wer als 34f- oder 34d-Berater andere Erfahrungen mit seinen Kunden hat, fand mit dem Inhalt zahlreiche Argumente, warum bei diesem elementaren Finanzthema eben zumeist nicht auf Beratung verzichtet werden sollte. So ist es auch in dem neuen Finanztest-Ratgeber „Vermögen aufbauen ab 30“, der jungen Leuten individuelle Anlagestrategien und Finanztipps liefern will.

Im Buch, das sich vorwiegend an akademische Berufseinsteiger wendet, wird das bewährte „Pantoffel-Portfolio“ von Finanztest zugrunde gelegt, das nur aus zwei Bausteinen besteht: einem für Rendite (Aktienanteil) und einem für Sicherheit (Tagesgeld). Je nach Risikoneigung beträgt der Anteil an Aktien-ETF 25 Prozent (defensiv), 50 Prozent (ausgewogen) oder 75 Prozent (offensiv).

Wie das Pantoffel-Portfolio verwaltet wird

Wegen des langfristigen Anlagehorizonts junger Leute empfiehlt der Ratgeber, mindestens einmal pro Jahr ins Depot zu schauen und zu überprüfen, ob die gewünschte Gewichtung der einzelnen Bausteine noch stimmt. Falls nicht, wird ab zehn Prozent Abweichung eine Umschichtung empfohlen. Bei einem ausgewogenen Portfolio mit ursprünglich 50 Prozent ETF-Anteil sei dies der Fall, wenn der ETF-Anteil am aktuellen Vermögensstand auf unter 40 Prozent sinkt oder auf über 60 Prozent steigt. Die Stiftung Warentest bietet einen kostenlosen Rechner, um dies zu überprüfen.

Auch die praktischen Fragen – das beste Depot finden, die passenden ETF auswählen und kaufen, Gewinne richtig versteuern – werden ausführlich erläutert. Dabei geht es auch um Bankgebühren, den Vorteil von Direktbanken, Online-Broker, Möglichkeiten der Aktien-Apps, Fondsshops und nachhaltige Geldanlagen.

Freiheit in Eigenregie mit Haftung für Leser selbst

„Das Pantoffel-Portfolio ist nicht wie ein Lederstiefel, in den Sie fest eingeschnürt sind“, heißt es. Ändere sich das Leben, könne man jederzeit in einen anderen Pantoffel schlüpfen. Fragt sich nur, ob Laien dazu allein oder nur mit Hilfe solcher Ratgeber in der Lage sind.

Wie gesagt: Der Begriff „Beratung“ wird im Zusammenhang mit der Geldanlage komplett gemieden und kommt nur im Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung vor und zur Prüfung der Tauglichkeit einer Lebensversicherung, für die dem Leser der Besuch bei der Verbraucherzentrale empfohlen wird.

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