Schadenfall der Woche: Riesenschnecke sorgt für Quarantäne

Hannah Petersohn Panorama

Nur mit Vorankündigung dürfen die Bewohner einer Stadt in Florida noch Pflanzen oder Erde berühren. Der Grund: eine Riesenschnecke, die nicht nur besonders gefräßig ist, sondern auch noch Meningitis übertragen kann.

Schadenfall der Woche: Riesenschnecke sorgt für Quarantäne-Auflagen Bild: procontra

Eine Riesenschnecke treibt wieder ihr Unwesen in Florida. Weil sie nicht nur äußerst gefräßig ist, sondern auch noch eine gefährliche Krankheit überträgt, wurden nun drakonische Maßnahmen erlassen. Bild: procontra

Die Pandemie ist für eine ganze Menge Unheil verantwortlich, jetzt könnte sie aber womöglich auch an der Zunahme von Meningitis und der Vernichtung sehr vieler Pflanzen Schuld haben. Aber von Anfang an: Die sogenannte Große Achatschnecke erfreut sich offenbar einer gewissen Beliebtheit unter Haustierhaltern. Kein Wunder, schließlich kann sie es mit ihrer Körperlänge von bis zu 30 Zentimeter locker mit einem Meerschweinchen aufnehmen. Nur, dass sie nicht unangenehm müffelt und tags wie nachts herrlich stumm ist (Meerschweinchenbesitzende wissen, was gemeint ist).

Allerdings bringt das auch als Ostafrikanische Riesenschnecke bekannte Tierchen zwei etwas herausfordernde Eigenschaften mit sich: Sie ist zum einen überaus gefräßig – kein Wunder bei der Größe. Und ist dabei nicht zwingend eine Kostverächterin. Neben Gemüse und Obst darf es auch schon mal Aas sein. Dabei raspelt sie mit ihrer Zunge, die mit tausenden kleinen Zähnen besetzt ist, ihre Nahrung klein. Die große Schnecke Nimmersatt kann also durchaus erheblichen Schaden – in erster Linie in der Flora – anrichten. Zweites Problem: Sie kann auch von Schädlingen befallen werden und die – wenig erquicklich – können wiederum Meningitis auf den Menschen übertragen, wie das Nachrichtenmagazin Stern berichtet.  

Also summa summarum: alles nicht so dolle. Aber es kommt noch etwas pikanter: Demnach ist das Schneckenungetüm überaus bereit zur Fortpflanzung. 1.200 Eier kann sie legen – pro Jahr. Und was ein exponentielles Wachstum ist, weiß seit der Pandemie nun wirklich jeder, auch Haustierbesitzer. Kurzum: Ist die Schnecke aus dem Haus, tanzt das Florida Department of Agriculture & Consumer Services im Dreieck. Das Landwirtschaftsministerium Floridas dachte noch bis vor kurzem, das hungrige Kriechtier verbannt zu haben.

 

 

 

Nun wurden zum großen Entsetzen aller in der 16.000 Einwohner zählenden Stadt New Port Richey (Pasco County) wieder einige Tiere entdeckt. Und weil „einige“ bei der Großen Achatschnecke schnell Tausende heißen kann, griff man zu drakonischen Auflagen: Die Menschen im Ort dürfen ihre Häuser zwar noch verlassen, aber nicht ohne Vorankündigung und offizielle Erlaubnis Erde, Pflanzen- oder Pflanzenteile, Kompost, Schutt oder Gartenabfälle berühren oder transportieren. Auch wer auf eine der Schnecken trifft, muss Abstand halten. Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten! Um der aufkeimenden Plage Einhalt zu gebieten, sind jetzt Experten im Einsatz, die das für Schnecken tötliches Metaldehy versprühen. Also: Augen auf beim nächsten Haustierkauf.