„Bausparer schaffen Planungssicherheit“

Sachwerte von Erika Neufeld

Durch das aktuelle Zinsumfeld werden Bausparkassen auf einmal wieder für die Kunden attraktiv. Woran das liegt und welche Stolperfallen es bei der Beratung zu umschiffen gilt, erklärt Jürgen Ertel, Regionalleiter beim Baufinanzierungsspezialisten Baufi24, im Interview.

Jürgen Ertel, Regionalleiter bei Baufi24 Bild: Baufi24

Sieht in Bausparverträgen eine hervorragende Möglichkeit, zeitnah Planungssicherheit zu schaffen: Jürgen Ertel, Regionalleiter bei Baufi24 Bild: Baufi24

procontra: Bausparkassen verzeichnen wieder mehr Zulauf – allerdings nicht nur zur Finanzierung von Immobilien, sondern überwiegend zur energetischen Sanierung. Sehen auch Sie in der Praxis ein verstärktes Interesse an Bausparverträgen?

Jürgen Ertel: Bausparkassen stellen Bauspardarlehen in einer Größenordnung bis 30.000 Euro ohne Besicherung im Grundbuch. Voraussetzung dafür ist es, mindestens drei Jahre Eigentümer der Immobilie zu sein. So können Eigenheimbesitzer energetische Sanierungsprojekte zeitnah in Angriff nehmen, ohne sich auf zusätzliche Kosten für Grundbucheintragung und Darlehensabschluss einstellen zu müssen. Wir beobachten verstärkt zunehmendes Umwelt- und Energiekostenbewusstsein bei unseren Kunden. In den Fokus rückt die Frage, wie man künftig Kosten sparen und gleichzeitig ökologisch nachhaltig agieren kann. Bausparverträge stellen eine hervorragende Option dar, um zeitnah Planungssicherheit zu schaffen.

procontra: Viele Finanzberater vermitteln keine Bausparverträge mehr, da sie „nicht ins Geschäftsmodell passen“. Was meinen Sie, woran könnte das liegen?

Ertel: Die Vermittlung von Bausparverträgen war in den vergangenen 12 Jahren aufgrund des Niedrigzinsumfelds selten vorteilhaft für Kunden. Mit der Neuordnung der Zinssituation reizt die Garantie auf ein zinsgünstiges Darlehen immer mehr Menschen. Läuft die Festzinsbindung der Baufinanzierung in fünf oder zehn Jahren dann aus, stellen Bausparkassen zumeist grundbuchliche Nachrangdarlehen. Für den Kunden bedeutet das bei der Anschlussfinanzierung oftmals wesentlich günstigere Konditionen.

procontra: Worauf achten Sie, wenn Sie Ihre Kunden zu Bausparverträgen beraten? Wo lauern dabei Stolperfallen?

Ertel: Unsere Beratung richtet sich nach den Wünschen und dem Bedarf der Kundinnen und Kunden – angebotene Finanzprodukte müssen diese abdecken. Bausparverträge sollten von den Beratenden nicht einfach als „Add-on“ zur Beratung hinzugefügt werden. Wer in vier Jahren energetisch sanieren möchte, kann die Kosten recht gut abschätzen. Wer hingegen in zehn Jahren ein Haus kaufen möchte, wird den Kaufpreis für gewöhnlich nicht kennen. In diesem Fall kann auch eine Bausparsumme nicht eindeutig beziffert werden. Das Verhältnis zwischen den Raten in der Anspar- und Darlehensphase muss zueinander passen, anderenfalls folgt bei der Rückzahlung der Bausparrate das böse Erwachen, da die Rückzahlungsquoten klar geregelt sind.