Aktuelle Investmentstipps: Mischen, streuen, billig einkaufen

Detlef Pohl Investmentfonds

In der ausgeprägten Baisse-Phase mit immer weiter fallenden Aktienkursen hilft nur eine gute Mischung und Streuung sowie viel Geduld, sagt Finanzanalytiker Volker Looman. Zudem nennt Finanztest Online-Fondsshops zum preisgünstigen Einkauf.

Aktuelle Investmentstipps: Mischen, streuen, billig einkaufen Bild: malerapaso

In Online-Fondsshops ersparen sich Anleger häufig den Ausgabeaufschlag, weil die Vermittler Bestandsprovisionen bekommen. Das bieten aber auch viele 34f-Vermittler offline. Bild: malerapaso

Privatanleger haben zwar 2021 ihre Scheu vor Wertpapieren abgelegt: 90 Prozent des Neugeschäfts in Publikumsfonds stammen von den Privaten, ergab die Bilanz des Fondsverbandes BVI. Auch die passiven Indexfonds (ETF) erlebten Rekordzuflüsse. Doch der Einbruch folgte speziell durch die russische Invasion der Ukraine und die folgenden Sanktionen gegen Russland, Wirtschaftskrise, Inflation und Zinserhöhungen einiger Notenbanken. Von der erhofften kurzfristigen Kurskorrektur kann keine Rede mehr sein. Seit März sind die Aktienkurse dramatisch gefallen, und der DAX verlor in den vergangenen drei Monaten nochmals 13 Prozent.

Was hilft bei niedrigen und weiter sinkenden Aktienkursen? Antwort auf diese Fragen erhoffen sich nicht zuletzt unabhängige Fondsvermittler mit Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung, um ihre Kunden bei der Stange zu halten. „Es besteht kein Anlass zur Panik“, sagt Finanzanalytiker Volker Looman, der Interessenten gegen Honorar berät. In seiner FAZ-Kolumne hat er kürzlich einmal mehr geraten: „Streuen, streuen, streuen!“

Es gibt keinen Anspruch auf Wohlstand

Aktuell grassieren Angst und Gier. „Natürlich können Sie alles verlieren, doch wenn die Stricke reißen, dann wird es passieren“, weiß Looman aus Erfahrung. Seine Großeltern sind 1945 um ihr Rittergut in Merschwitz an der Elbe und 1948 um ihre Uhrenfabrik in Glashütte im Erzgebirge gebracht worden. „Es gibt im Leben keine Sicherheit, also fordern Sie keine Garantien, Reichtum zu behalten, denn niemand hat einen Anspruch auf Wohlstand“, bringt es der Finanzanalytiker auf den Punkt.

Es sei sinnvoll, eine gewisse Vorsorge für das Geld zu treffen und ansonsten das Vermögen „laufen“ zu lassen, so Looman. Gemeint ist: Der Kunde sollte bestimmen, wieviel Geld in der Kasse liegen soll und welche Summen in Anleihen, Versicherungen, Immobilien, Aktien und Rohstoffe.

Individuelle Mischung und Streuung verringert Verlustrisiken

Looman, kein Freund von Versicherungsmänteln, rät zur bei geringer Risikoneigung zur Mischung und Streuung, die prozentual aufgeteilt so aussehen könnte: 5 Prozent Bargeld, 20 Prozent Anleihen, 35 Prozent Immobilien (offene Immobilienfonds), 20 Prozent Aktien und nochmals 20 Prozent physische Rohstoffe.

Viele werden sich weiter gegen diese einfache Strukturierung ihres Vermögens zur Wehr setzen, fürchtet der Finanzanalytiker. Offenbar ist die „Jammerei über die böse Welt“ doch wichtiger als die Sicherung des Vermögens. Doch so wie man sich um die „große“ Struktur des Vermögens kümmern muss, sollte man sich auch um die „kleine“ Struktur des Wertpapierdepots kümmern. Aktien und Aktienfonds sind 2021 gut gelaufen, doch die Märkte haben sich unterschiedlich entwickelt.

Depot jährlich auf Struktur überprüfen

„In den Vereinigten Staaten lief es hervorragend, in Europa war es gut, und in Asien war es durchwachsen“, so Looman. Man brauche für jedes Depot einen Schlüssel, wieviel Geld in welchen Regionen angelegt wird. Looman hat sein Geld zu 35 Prozent in Amerika, zu 30 Prozent in Asien und zu 35 Prozent in Europa investiert. Das muss nicht der Weisheit letzter Schluss sein, wichtig ist allein die Tatsache, dass man diesen Schlüssel besitzt und das Depot zweimal im Jahr aufschließt und gegebenenfalls nach Marktlage umschichtet.

Dabei können 34f-Berater helfen und aus der Breite des Marktes schöpfen, doch sollten bei der Auswahl solche Aktienfonds im Vordergrund stehen, die ihren Referenzindex schlagen. Doch weniger als drei von zehn aktiv gemanagten Fonds haben 2021 ihren Vergleichsindex geschlagen, ergab eine Untersuchung des Analysehauses Scope. Folglich weichen Anleger aus Kostengründen zunehmend auf Aktien-ETF aus, die Vermittler über Finanzplattformen gegen Servicegebühr beschaffen können.

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