Schadenersatzklage: Katzenbiss mit Folgen

Hannah Petersohn Berater Recht & Haftung Versicherungen Panorama

Ein Mann wurde beim Griff unter eine Couch von einer Katze, die sich dort versteckt hatte, gebissen. Daraufhin musste er mehrmals operiert werden. Er klagte bisher erfolglos auf Schadenersatz. Bis sich schließlich der Bundesgerichtshof der Sache annahm.

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Die samtpfotigen Vierbeiner sind nicht nur verschmust, sondern werden ihrem Ruf als Stubentiger hin und wieder durchaus gerecht. Bild: Adobe Stock/zsv3207

Katzen bleiben gelegentlich unentdeckt. Wer dann dem Tier zu nahe kommt, ohne es selbst überhaupt zu merken, bekommt den Überlebenswillen der Vierbeiner zu spüren. So erging es 2014 auch einem Mann, der nach eigener Aussage unter eine Schlafcouch griff, um diese zusammenzuschieben. Was er jedoch nicht ahnen konnte: Eine Samtpfote hatte sich, wie es ihre Art ist, genau dort versteckt und fühlte sich ganz offensichtlich in ihrer Ruhe gestört. Das Ende vom Lied: Sie biss dem vermeintlichen Angreifer in den linken Handballen, und zwar so sehr, dass er stationär in einer Unfallklinik in Ludwigshafen aufgenommen und sechsmal operiert werden musste.

Die Haftpflichtversicherung der Frau zahlte lediglich 1.000 Euro Schadenersatz. Das war dem Bissopfer aber offenbar nicht genug: Der Mann verklagte die Katzenhalterin auf weiteren Schadenersatz in unbekannter Höhe. Das Landgericht Darmstadt lehnte jedoch seine Klage ab. Die Richter hätten sich demnach nicht davon überzeugen können, dass sich das Geschehen tatsächlich wie vom Kläger behauptet ereignet hatte. Im Anschluss zog der Mann vor das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main, das die Berufung des Klägers gegen die Entscheidung zurückwies.

Ein Grund dafür, dass das OLG die Berufung abschmetterte, lag in der Aussage einer Versicherungsmitarbeiterin, deren Angaben sich teilweise widersprochen hatten. Der Mann erzielte nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH, Aktenzeichen: VI ZR 1321/20) in Karlsruhe einen kleinen Sieg: Der BGH hob das Urteil des Oberlandesgerichts auf und verwies die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung zurück.

Bemängelt wurde unter anderem, dass die vorherige Instanz eine Leistungspflicht der Haftpflichtversicherung abgelehnt hatte, da der Gebissene den von ihm geschuldeten Unfallhergang nicht habe beweisen können. Drauf komme es aber gar nicht an, erklärte der BGH. Entscheidend sei nicht wie, sondern ob der Mann von der Katze gebissen worden sei – dann greife Paragraph 833 BGB. Der genaue Unfallhergang sei nur dann von Bedeutung, wenn es um die Frage geht, ob die Tierhalterhaftung durch Mitverschulden des Bissopfers eingeschränkt werden könne.

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