Rendite unter (Öko-)Strom

Sachwerte Investmentfonds Berater von Marilena Piesker

Genussscheine und Aktien

Zwei weitere Optionen, um am Ökostrom-Boom teilzuhaben, sind entsprechende Aktien oder sogenannte Genussrechte. Diese erhalten Anleger, wenn sie sich über ein Crowdinvesting zum Beispiel an dem Aufbau eines Solarparks beteiligen. Oft können Investoren bereits mit Beträgen ab 100 Euro über Onlineplattformen wie GreenVesting oder Econeers investieren.

Der Genussschein beteiligt Anleger dann an den Erlösen bei der Auflösung eines Unternehmens. Auch wenn Berater hier eher keine Provisionen erwarten können, kann sich der Hinweis mit Blick auf die Kundenbeziehungsebene trotzdem positiv auszahlen.

Chancen und Risiken

Unabhängig von der Anlageform ist es wichtig, dass Vermittler ihre Kunden auf die erhöhte Volatilität der Assetklasse hinweisen, die stark von politischen, regulatorischen und umwelttechnischen Faktoren beeinflusst wird. Die Vorzeichen können sich hier mitunter schnell ändern. Aktuell birgt beispielsweise die Solarbranche etwas mehr Risiko als andere, meint ESG-Experte Pontzen, wobei die Volksrepublik China eine zentrale Rolle spielt.

Der Grund: Sie dominiert den globalen Solarmarkt mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent; chinesische Hersteller wie Jinko Solar oder Trina Solar fertigen Solarzellen und -module zu kaum schlagbaren Preisen. Aber: „Investitionen in den chinesischen Markt gehen mit geopolitischen Risiken einher, die man genau beobachten sollte“, erklärt Pontzen. Andererseits kann das langfristig auch eine Chance sein, meint zumindest Wiegel von Green Benefit. „Europa hat sehr viel Aufholpotenzial, schließlich möchte es die Abhängigkeit von chinesischen Solarmodulproduzenten reduzieren und wieder mehr Solarindustrie in Europa ansiedeln“, unterstreicht der Experte. Bei den Energieformen Wind und Wasserstoff ist das bereits gegeben.

Fakt ist: Der Trend hin zu erneuerbaren Energien hält weiter an und wird durch das aktuelle politische Weltgeschehen zusätzlich gepusht. Trotzdem sollten Berater ihre Kunden deutlich auf die Risiken hinweisen, die Investitionen in entsprechende Projekte und Sachwerte mit sich bringen – bis hin zu einem möglichen finanziellen Totalverlust des Investments –, und den Aspekt der Beimischung im Portfolio betonen.

Ein langfristiger Anlagehorizont ist bei dieser Art der Anlage ohnehin ratsam: „Man braucht hier viel Zeit, um die zyklischen Schwankungen, die mit den Investments in solch einer Industrie verbunden sind, gut abfedern zu können“, bestätigt Wiegel. Schließlich können neue Gesetze oder ein politischer Richtungswechsel gesamte Branchen beflügeln oder ausbremsen, wie etwa die Abstandsregelung bei Windrädern gezeigt hat.

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