Growth oder Value? Denken Sie außerhalb dieser Kategorien!

Investmentfonds Gastkommentar von Martin Stenger

Derzeit stehen Anleger vor der Frage, ob sie besser in Value- oder in Growth-Aktien investieren sollten. Warum sich Anleger damit aber nur unnötig einschränken, erklärt Martin Stenger, Sales Director bei Franklin Templeton Investments.

Martin Stenger, Bild: Franklin Templeton

Der Markt verhält sich gerade in unsicheren Zeiten irrational, das heißt, er unterscheidet nicht zwischen wertvollen und weniger wertvollen Unternehmen. Wie Anleger damit umgehen sollten, sagt Martin Stenger, Sales Director, Business Development Insurance & Retirement Solutions – Germany bei Franklin Templeton Investments. Bild: Franklin Templeton

Die Zinsen steigen und Anleger stehen vor der Überlegung einer Stilrotation: Growth oder Value? Denn Zinserhöhungen wirken sich in der Regel negativ auf Wachstumstitel aus.

Der Markt verhält sich gerade in unsicheren Zeiten irrational, das heißt, dass er nicht zwischen wertvollen und weniger wertvollen Unternehmen unterscheidet. Märkte gleichen einer schreckhaften Herde, die nach einer ruhigen Niedrigzinsphase plötzlich wie wild auseinanderstiebt.

Wer sich also für Value-Aktien interessiert, sollte bedenken, dass es fünf Haupttypen von Value gibt: Neben traditionellen Werten, die sich an der Vergangenheit orientieren, gehören auch Titel mit starkem langfristigen Wachstumspotenzial dazu, die der Markt unterschätzt und die somit unterbewertet sind.

Qualitätsaktien, in deren Reihen sich viele IT- und Gesundheitstitel befinden, bilden die drittgrößte Untergruppe. Zur Gruppe der diskontierten Vermögenswerte gehören Aktien von Unternehmen, deren Wert in physischem oder geistigem Eigentum liegt, also etwa Immobilientitel. Dann gibt es noch die Gruppe der diskontierten Cashflow-Titel. Der Wert dieser Aktien ergibt sich aus ihrer Fähigkeit, stetige Cashflows zu generieren. Sie haben oft relativ hohe, aber vorhersehbare Fixkosten. Beispiele dafür sind Energie- und Rohstoffunternehmen.

Anstatt sich nur auf Bilanzkennzahlen zu verlassen, um zu ermitteln, was „günstig“ ist, eröffnen diese Kategorien weitaus flexiblere Möglichkeiten, über Wertpotenziale nachzudenken.

Fazit: Niedrige Zinsen haben in den vergangenen Jahren ein Umfeld zutage gefördert, in dem starkes Umsatzwachstum günstig finanziert und in Gewinne umgewandelt werden konnte. Zahlreiche Wachstumswerte waren also in Wirklichkeit Substanzwerte. Daher schränken sich Anleger, die in der engen Kategorie „Value oder Growth“ denken, unnötig ein.