EZB plant Zinserhöhung für Juli

Hannah Petersohn Berater

Die Inflation bewegt sich hierzulande auf einem Rekordhoch. Nun haben die Währungshüter eine Zinserhöhung angekündigt, die im Juli greifen soll. Bis Sparer tatsächlich davon profitieren, könnte es allerdings dauern.

EZB plant Zinserhöhung im Juli Bild: Thomas Lohnes

Die Währungshüter, allen voran EZB-Chefin Christine Lagarde, verkünden eine Zinserhöhung, die im Juli greifen soll. Bild: Thomas Lohnes

Der Druck, dem der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) vor dem Hintergrund der steigenden Inflation in den vergangenen Monaten ausgesetzt war, zeigt Konsequenzen: Im Juli sollen die Leitzinsen im Euroraum um jeweils 25 Basispunkte angehoben werden. Der relevante Einlagenzins würde damit also um 0,25 Prozentpunkte ansteigen. Das verkündeten die Währungshüter am Donnerstag. Zugleich wurde als Voraussetzung für die Zinserhöhung das Ende der Netto-Anleihenkäufe zum 1. Juli beschlossen.

Die hohe Inflation sei eine Herausforderung für alle, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde. Die Teuerungsrate lag im vergangenen Monat im Euroraum bei knapp über acht Prozent im Vergleich zu Vorjahresmonat. In Deutschland betrug die Inflation im Mai 7,9 Prozent – der höchste Stand seit fast einem halben Jahrhundert. Treiber der Inflation sind die gestiegenen Energiepreise, eine Entwicklung, die sich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine noch einmal deutlich verschärft hat.

Der EZB-Rat wolle nun dafür sorgen, dass die Inflation im europäischen Währungsraum perspektivisch wieder bei zwei Prozent liegt. In diesem Sinne wurde bereits für September die nächste Zinsanhebung in Aussicht gestellt. Ökonomen erwarten laut Medienberichten für dieses Jahr eine Reihe von Zinsanstiegen. Demnach könnte bis Ende des Jahres der Einlagensatz auf plus 0,5 Prozent steigen und der Hauptrefinanzierungssatz 0,75 Prozentpunkte erreichen. Bis allerdings Sparer auch von den höheren Zinsen profitieren, könnte es noch etwas dauern.

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