Digitale Tools sind für Makler Mainstream

Anne Mareile Walter Berater

Die Digitalisierung ist nach zwei Jahren Pandemie im Beratungsalltag angekommen. Laut einer aktuellen Studie hält sich knapp ein Drittel der Vermittler sogar für „digital fortgeschritten“.

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Immer mehr Makler nutzen digitale Tools in ihrem Beratungsalltag. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Bild: NicoElNino

Für die meisten Makler gehört digitale Unterstützung mittlerweile zum Standard im Beratungsalltag. Sowohl im Backoffice als auch bei Vertrieb und Kundenbetreuung nutzt die überwiegende Mehrheit von ihnen digitale Tools. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung, die die Brokertech-Plattform mobilversichert zum Thema Digitalisierung unter 420 Vermittlern durchführte. Dabei zeigen die Antworten aber auch: Parallel haben immer mehr Makler mit Hürden beim Thema Datenpflege zu kämpfen.

Fortschritte bei Vertrieb und Kundenbetreuung

Befragt für den Bereich Organisation und Verwaltung verorten 48 Prozent der Makler ihr Unternehmen im digitalen Mittelfeld. Dies sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Nur neun Prozent bezeichnen sich hier als „digitale Anfänger“, drei Prozent halten sich für „digitale Nachzügler“. Ähnlich wie im Jahr zuvor empfinden sich 31 Prozent der Befragten hingegen als „digital fortgeschritten“.

In den Segmenten Vertrieb und der Kundenbetreuung gab es laut der Befragung Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr. So war die Hälfte der Befragten (50 Prozent) der Ansicht, dass ihr Unternehmen im digitalen Mittelfeld liegt – elf Prozent mehr als 2021. Als „digitale Anfänger“ sehen sich in diesem Bereich 14 Prozent (2021: 19 Prozent). 26 Prozent ordnen sich als „digital fortgeschritten“ ein, sechs Prozent sehen sich gar als „Vorreiter“.  

Doch nicht nur den Ist-Zustand in puncto Digitalisierung fragte die Analyse ab, sie ließ auch die Makler zu ihren zukünftigen Zielen Stellung beziehen. Dabei gaben 69 Prozent der Befragten an, in den nächsten zwei Jahren bei Organisation und Verwaltung zu den digital Fortgeschrittenen zählen zu wollen. Für den Bereich Vertrieb und Kundenbetreuung nahmen sich das 67 Prozent vor. „Digitalisierung ist längst von einer Kann- zu einer Muss-Option im Maklermarkt geworden – ob im Backoffice oder im direkten Kontakt mit dem Kunden“, sagt mobilversichert-Geschäftsführer Dr. Mario Herz. Wer sein Geschäft erfolgreich für die Zukunft aufstellen wolle, müsse sich vor allem mit dem „Thema Daten und der Ausschöpfung von Datenpotenzialen“ befassen.

Verwaltungsaufwand wird als Hürde empfunden

Dieser Apell scheint bei einem Großteil der Makler bereits angekommen zu sein: 46 Prozent greifen bei einem Großteil ihrer Tätigkeiten auf digitale Unterstützung zurück. 17 Prozent tun dies durchgängig bei allen Tätigkeiten, 28 Prozent nutzen den digitalen Support gezielt bei ausgewählten Tätigkeiten – lediglich acht Prozent greifen nur darauf zurück, wenn es absolut notwendig ist.

Doch das Thema Digitalisierung hat für Makler auch seine Schattenseiten beziehungsweise Hürden – vor allem die Pflege der Bestandsdaten und der damit für viele als hoch empfundene zeitliche Aufwand wurde hier seitens der Makler (49 Prozent) genannt. Die Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer wie Amazon (25 Prozent) oder durch RoboAdviser (15 Prozent) besorgt indes weit weniger Makler.