Das sind die besten gesetzlichen Krankenkassen

Hannah Petersohn Versicherungen

Die meisten Deutschen sind in einer der über einhundert gesetzlichen Krankenkassen versichert. Welche Anbieter dabei in puncto Service, Konditionen und Leistungen überzeugen, hat ein Marktfoschungsinstitut – zum Teil verdeckt – ermittelt.

Das sind die besten gesetzlichen Krankenkassen Bild: efks

Marktforscher haben 21 gesetzliche Krankenversicherer untersucht, dabei zeigten sich in puncto Zusatzbeitrag deutliche Unterschiede. Bild: efks

Der Großteil der Deutschen ist bei einer der gesetzlichen Krankenkassen versichert: Von über 83 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr rund 73 Millionen Mitglied in einer der 103 Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In puncto Kunden-Vertrauen liegen die gesetzlichen Krankenkassen gemäß einer aktuellen Studie vorn. Dabei ist der Anteil jener, die Kunden einer Betriebskrankenkasse sind, mit knapp 15 Prozent vergleichsweise gering. Das Gros der Versicherten ist in einer der allgemeinen Ortskrankenkassen (knapp 37 Prozent) oder einer Ersatzkasse (38,3 Prozent) versichert. Das könnt sich möglicherweise angesichts eines aktuellen Qualitätsrankings ändern: Demzufolge liegen zwei Betriebskrankenkassen vorn, zumindest beim Thema Service und Leistung.

Die Erhebung, für die das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag des Nachrichtensenders ntv zwischen Januar und April dieses Jahres 21 gesetzliche Krankenkassen untersuchte, zeigt: Wer einen Wechsel seiner Krankenkasse in Erwägung zieht, sollte zunächst die eigenen Präferenzen gewichten und dann erst seine Wahl treffen.

Mystery-Tests: Verdeckte Ermittlungen bei 21 Versicherungsunternehmen

Um ein unabhängiges Ergebnis zu den insgesamt 21 getesteten Krankenkassen zu erhalten, hat das Marktforschungsinstitut geschulte Personen im Rahmen sogenannter Mystery-Tests die drei Bereiche Service, Leistungen und Konditionen untersuchen lassen.

Für die Serviceanalyse haben die verdeckten Testpersonen die telefonische Kontaktqualität, die E-Mail-Beantwortung und den Internetauftritt der Anbieter unter die Lupe genommen.

Um herauszufinden, wie es um die tatsächlichen Leistungen der Versicherer bestellt ist, wurden die Mehrleistungen und Programme, das Thema Vorsorge und die Gesundheitsförderung einer Analyse unterzogen. Die Konditionen wurden hinsichtlich der Höhe des Zusatzbeitrags, der Wahltarife und der Bonusprogramme bewertet.

Gold und Silber für zwei Betriebskrankenkassen

Zwei Versicherer haben im Gesamtergebnis das Prädikat „sehr gut“ erhalten, während 19 Anbieter immerhin das Qualitätsurteil „gut“ bekamen. Auf dem Siegertreppchen stehen mit 84,9 und 80 von 100 Punkten die in Bochum ansässige Viactiv Betriebskrankenkasse und die seit über einhundert Jahren existierende SBK Siemens-Betriebskrankenkasse.

Viactiv, die erst 2010 gegründet worden ist, schafft es in der Leistungsanalyse mit 99,7 Punkte auf den ersten Platz. Beim Thema Service (75,7 Punkte) wird sie allerdings überholt von der in Bezug auf das Gesamtergebnis zweitplatzierten SBK (77,4 Punkte). In der Analyse der Konditionen belegt die Viactiv sogar nur den 16. Rang, während die hkk mit dem Qualitätsurteil „gut“ und einer Gesamtpunktzahl von 79,7 hier den ersten Platz für sich beanspruchen kann (84,2 Punkte).

Der Testsieger, die Viactiv, biete mit Abstand die umfangreichsten (Mehr-)Leistungen, etwa in den Bereichen Osteopathie und Zahnvorsorge. Vor allem für Singles und kinderlose Paare sei die Krankenkasse in puncto Leistungen und Konditionen attraktiv. Die SBK wiederum überzeuge mit verständlichen und korrekten Auskünften „sowie vergleichsweise guten Konitionen“, so die Marktforscher.

Zusatzbeitrag: Einsparungen von über 200 Euro sind möglich

Auf dem dritten Platz positioniert sich die AOK Sachsen-Anhalt mit 79,8 Punkten und erhält damit nur noch das Prädikat „gut“. Die regionale Krankenkasse besticht vor allem mit einem niedrigen Zusatzbeitrag von 0,8 Prozent.

Dazu muss man wissen: Neben dem allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent, den alle Versicherten zahlen, erheben die Kassen einen Zusatzbeitrag, der stark variiert: Zwischen 0,69 Prozent und 1,7 Prozent. Das mag sich erst einmal nach einem geringfügigen Unterschied anhören, doch eine Beispielrechnung der Marktforscher zeigt, dass an dieser Stelle durchaus Einsparpotenzial vorhanden ist: Bei einem monatlichen Bruttogehalt von 3.500 Euro ließen sich demnach 212 Euro im Jahr sparen.

Wem jedoch die Leistungen noch wichtiger sind als die Höhe des Zusatzbeitrags, der könnte sich über ein Bonusprogramm, das übrigens alle getesteten Versicherer in petto haben, Geld zurückholen. Geldprämien von bis zu 325 Euro können den Gesamtbetrag rückwirkend wieder mindern.