Cybercrime: Versicherer erwarten mehr Angriffe

Anne Mareile Walter Versicherungen

Im Zuge des Ukraine-Kriegs stellt sich die Branche auf eine Zunahme von Hackerangriffen aus Russland ein. „Es könnte zu breiter angelegten Attacken kommen“, prognostiziert GDV-Chef Jörg Asmussen.

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Nach einer Forsa-Umfrage rechnen 60 Prozent der Mittelständler infolge des Ukraine-Krieges mit mehr Cyberattacken auf die deutsche Wirtschaft. Bild: Adobe Stock/smolaw11

Die Versicherungsbranche ist wegen des Ukraine-Kriegs alarmiert: Wie der GDV am Dienstag mitteilte, warnen die Versicherer vor einer höheren Zahl an russischen Hackerattacken auf die deutsche Wirtschaft. Nach einer im Auftrag des GDV durchgeführten Forsa-Umfrage rechne aber auch die mittelständische Wirtschaft mit mehr Cyberangriffen. „Je länger der Krieg in der Ukraine dauert, desto wahrscheinlicher werden Cyberangriffe aus Russland heraus“, prognostiziert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen in einer Pressemitteilung.

Schadsoftware könnte massenhaft versendet werden

Zwar hätten die Versicherer seit Kriegsbeginn vor 100 Tagen noch keine vermehrten Schäden feststellen können, sie gingen aber von einem deutlich höheren Risiko aus. „Es könnte nicht nur zu gezielten Angriffen auf einzelne Unternehmen kommen, sondern auch zu breiter angelegten Attacken – zum Beispiel mit Schadsoftware, die massenhaft per Mail versendet wird“, so Asmussen weiter.

Dass die Zahl der Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen in Zukunft zunimmt – davon ist mit 60 Prozent die überwiegende Mehrheit der befragten Mittelständler überzeugt. Allerdings sehen deutlich weniger den eigenen Betrieb im Visier von russischen Hackerangriffen. So befürchten nur 16 Prozent, dass das eigene Unternehmen Ziel werden könnte.

Um das Risiko eines Angriffs zu minimieren, appelliert GDV-Chef Asmussen vor allem an mittelständische Unternehmen, die IT-Sicherheit weiter zu verbessern. Denn: In puncto Prävention habe der Mittelstand die Potenziale bei weitem noch nicht ausgeschöpft. „Angesichts der neuen Gefahren müsste IT-Sicherheit spätestens jetzt in jedem Unternehmen Chefsache sein“, sagt er. Schließlich könne eine Cyberattacke die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens „in kürzester Zeit vernichten.“ Erst kürzlich hatte der GDV darauf hingewiesen, dass 80 Prozent der Mittelständler die Basis-Anforderungen an die IT-Sicherheit nicht vollständig erfüllen. Die Hälfte der Unternehmen besitze keinen Notfallplan und ein Drittel der Betriebe sichere die eigenen Daten nur unzureichend.

Wie hoch die Gefährdungslage von mittelständischen Betrieben in Bezug auf einen Cyberangriff ist, nimmt der Branchenverband mit der Initiative CyberSicher unter die Lupe. Dabei zeigt er auf, wie sich kleine und mittlere Unternehmen vor einem Hackerangriff schützen können.

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