Betriebsrente: Rahmenbedingungen erschweren Kundenansprache

Detlef Pohl Berater

 

Mehr als jede zweite Firma beklagt jedoch, dass der Verwaltungsaufwand in der bAV in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen ist. Die Gründe dafür liegen in neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Betriebsrentenrecht (86 Prozent), im wachsenden Informationsbedarf bei Mitarbeitern (60 Prozent) und in der erhöhten Zahl an Schnittstellen (55 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. „Überregulierung wirkt dem Ziel der Bundesregierung, die bAV weiter zu verbreiten, direkt entgegen. Der Gesetzgeber sollte die bAV-Systeme daher in Zukunft vereinfachen und die Arbeitgeber entlasten“, sagt Staniek. Dennoch ist und bleibt die bAV für 67 Prozent der Befragten neben der Barvergütung eine wichtige Zusatzleistung. 

Makler gut in bAV aufgestellt

Für spezialisierte Makler boomt das Geschäft mit der bAV schon länger. Laut der Studie „Betriebliche Altersversorgung 2022" entfallen 30,3 Prozent des aktuellen Geschäftsumsatzes auf die bAV, gaben die befragten freien Vermittler an (2021: 27,6 Prozent). Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatung. 371 Makler und Mehrfachagenten haben sich daran beteiligt.

Die meisten Erfahrungen bestehen bei der Beratung zu Direktversicherungen, sagen wie im Vorjahr 98 Prozent der Makler, gefolgt von U-Kasse (59 Prozent), Pensionskasse (42 Prozent), Direktzusage (37 Prozent) und Pensionsfonds (22 Prozent). Insgesamt ist die bAV derzeit der größte Umsatzbringer, gefolgt vom Geschäftsfeld private und gewerbliche Schaden- und Unfallversicherung (22,9 Prozent) sowie Privatvorsorge/Biometrie (22,7 Prozent).

Makler mit leicht sinkendem bV-Umsatz

Die vermittelte Gesamt-Beitragssumme pro Vermittlerbetrieb im bAV-Geschäft betrug 2021 laut Studie im Schnitt 1,58 Millionen Euro (2020: 1,78 Millionen Euro). Für 2022 werden im Schnitt 1,86 Millionen Euro Beitragssumme erwartet. 44 Prozent der Befragten blieben jedoch im Schnitt unter 500.000 Euro Beitragssumme in der bAV, während 14,4 Prozent jeweils über fünf Millionen Euro Beitragssumme schafften.

Die Courtageeinnahmen kommen dabei 2021 wie schon in den Jahren zuvor zu rund 80 Prozent aus Direktversicherungen, gefolgt mit weitem Abstand von U-Kassen (10,8 Prozent). Abgeschlagen sind Direktzusagen (2,5 Prozent), Pensionsfonds (1,9 Prozent) und Pensionskassen (1,4 Prozent). Knapp 32 Prozent (2020: 40 Prozent) der Maklerfirmen verzeichneten damit 2021 viel bessere bzw. eher bessere Courtageeinnahmen als 2020. Für fast 45 Prozent (2020: 27 Prozent) verschlechterte sich dagegen die Einnahmesituation, der Rest blieb etwa gleich in der Einnahme.

Manko: Die BBG-Studie nennt aus Maklersicht die Top-Anbieter von nur zwei der fünf bAV- Durchführungswege. Bei der Direktversicherung und auch bei der U-Kasse ist es unangefochten die Allianz, gefolgt in der Direktversicherung von Canada Life, Alte Leipziger und Nürnberger sowie in der U-Kasse von Nürnberger, Alte Leipziger und Canada Life.

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