Altersvorsorgeplanung: Was Freiberufler wissen sollten

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News

Makler haben die Altersvorsorge ihrer Kunden auf dem Schirm, doch selten die finanzielle Planung des Ruhestands. Ein neues Fachbuch eines Finanzmaklers bringt Erfahrungen aus dem Beratungsalltag für Freiberufler auf den Tisch.

Die Generation der Baby-Boomer segelt im Blindflug dem Ruhestand entgegen, sagt VJ-Buchautor und Finanzmakler Ralf Seidenstücker. Bild: Frank Alexander Rümmele

Die Generation der Baby-Boomer segelt im Blindflug dem Ruhestand entgegen, sagt VJ-Buchautor und Finanzmakler Ralf Seidenstücker. Bild: Frank Alexander Rümmele

Die Zeit des Ruhestands macht rund ein Drittel unseres Lebens aus. „Insofern ist nicht eine Baufinanzierung die größte Investition des Lebens, sondern in der Regel die Finanzierung des Ruhestands“, sagt Ralf Seidenstücker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Kölner Nucleus Finanz- und Versicherungsmakler AG, die auf ganzheitliche Beratung von Akademikern fokussiert ist.

„Jeder Freiberufler hat seine eigene finanzielle Biographie, also ist jede Ruhestandsplanung eine individuelle Planung“, schreibt Seidenstücker in seinem soeben erschienenen Fachbuch „Ruhestandsplanung für freie Berufe“.

Inflationsgeschützt vorsorgen?

Seidenstücker gibt kurz und schmerzlos eine Vorlage, wie Freiberufler inflationsgeschützt und mit dem richtigen Konzept für das Alter vorsorgen können. Hintergrund: „Die Generation der Baby-Boomer segelt im Blindflug dem Ruhestand entgegen“, beobachtet der Makler. Seinen Kunden sei meist nicht klar, wie viel Geld sie im Alter benötigen, sie könnten ihre Nettorente nicht abschätzen und seien sich der steigenden statistischen Lebenserwartung nicht bewusst.

Dagegen setzt er mit Aufklärung und lediglich drei thematischen Schwerpunkten:

  • die Versorgungswerke samt vorgezogener Altersrente
  • die private Vorsorge über Basisrente, Immobilien und Aktien sowie
  • die steuerlichen Gestaltungsoptionen bei Beiträgen zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung

Im Grunde beschreibt Seidenstücker damit die Tagesarbeit der Analyse strategisch arbeitender Maklerbetriebe zur Altersvorsorgeplanung, verwendet dafür aber den Begriff Ruhestandsplanung.

Ruhestandsplanung umfasst mehr als Altersvorsorge

Mit klassischer Ruhestandsplanung, für die Makler prädestiniert sind, hat das Buch jedoch wenig zu tun, sondern mehr mit punktgenauer Altersvorsorge. Bei der Ruhestandsplanung können Makler auf Wunsch des Mandanten gegen Honorar eine Ruhestandsexpertise erstellen. Anhand der aktuellen Vermögenswerte wird dabei nach Angaben des Kunden die mögliche Entwicklung bis ans Lebensende oder sogar darüber hinaus simuliert.

Für viele Berater scheint die Aufgabe mit der Altersvorsorge-Beratung erledigt zu sein. „Der einzelne kann aber nicht planen, wie lange das angesparte Geld reichen muss“, weiß Ronald Perschke, Vorstand der 2014 gegründeten Initiative Ruhestandsplanung. „Erfahrungen aus der Altersvorsorgeberatung sind nur begrenzt übertragbar, denn die bisherigen Beratungsschwerpunkte müssen an die Ziele, Bedürfnisse und Wünsche dieser Lebensphase der finanziellen Ernte angepasst werden“, so Perschke weiter.

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