Wachstumstreiber: Die betriebliche Krankenversicherung boomt

Hannah Petersohn Berater Versicherungen

Die betriebliche Krankenversicherung erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Der Markt wächst nahezu unaufhaltsam. Und: Ohne die bKV wäre auch das Wachstum im Krankenzusatzgeschäft ingesamt nur halb so groß.

Wachstumstreiber: Betriebliche Krankenversicherung Bild: Adobe Stock/tostphoto

Dem Run auf die betriebliche Krankenversicherung (bKV) konnte auch die Pandemie nichts anhaben. Bild: Adobe Stock/tostphoto

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Abermals ist der Bestand im vergangenen Jahr angestiegen: von knapp über eine Million (1.023.001) versicherten Personen in 2020 auf fast 1,6 Millionen (1.590.000). Um mehr als die Hälfte, nämlich 55,4 Prozent, hat sich damit die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr 2020 erhöht. Das ist das Ergebnis des aktuellen Assekurata-Marktausblicks zur privaten Krankenversicherung.

Demnach habe sich die Anzahl der Versicherungsnehmer (Arbeitgeber) seit 2016 sogar verdreifacht. Ermöglichten vor sechs Jahren noch 4.894 Firmen ihren Angestellten eine bKV, waren es 2021 bereits 17.500. Im Vergleich zum Vorjahr (13.116) ist der Bestand um 33,4 Prozent gestiegen.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich hinsichtlich der Anzahl der versicherten Personen ab: Hier haben die Analysten seit 2016 einen Anstieg um mehr als das Doppelte (162 Prozent) ermittelt.

Das starke bKV-Wachstum spiegelt sich auch in den Zahlen zum Zusatzgeschäft: Insgesamt hat der Run auf die Zusatzpolicen weiter zugenommen, die Branche verzeichnet ein Plus von vier Prozent. Doch nimmt man die betriebliche Krankenversicherung aus der Statistik raus, bleibt nur noch ein Plus von zwei Prozent, wie die Daten der Kölner Rating-Agentur zeigen.

bKV als eigenen Durchführungsweg implementieren

„Nachhaltige Themen, wie das Bewusstsein für Gesundheit und Gesundheitsversorgung, rücken bei den Verbrauchern noch stärker in den Mittelpunkt und eröffnen den Versicherern Chancen“, prognostiziert Assekurata-Bereichsleiter Abdulkadir Çebi. „Dies zeigt auch die Entwicklung in der betrieblichen Krankenversicherung, die trotz teilweise coronabedingter Zurückhaltung auf Arbeitgeberseite weiterhin ein hohes Wachstum verzeichnen konnte.“

Positiv habe sich zudem der Umstand ausgewirkt, dass die bKV seit 2019 als Sachlohn steuerfrei ist. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Freigrenze für Sachleistungen seit Beginn dieses Jahres von 44 Euro auf 50 Euro angehoben wurde, könnte sich der Trend noch verstärken. Allerdings stehe die bKV auch im Wettbewerb mit anderen steuerfreien Sachlöhnen.

Erste Forderungen werden bereits laut, dass die bKV als eigener Durchführungsweg implementiert werden solle. Zumal die Absicherung im Pflegefall auch im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung immer relevanter werde, wodurch sich die Chance ergebe, gleich größere Kollektive abzusichern.

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